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Definition

Agnostisch

Im IT-Umfeld hat das Wort agnostisch eine besondere Bedeutung. Es bezieht sich auf etwas, das soweit verallgemeinert wird, dass es auch unter verschiedenen Umgebungen funktionieren kann. Der Begriff wird vor allem im englischen Sprachraum genutzt und dort nicht nur für Hard- und Software, sondern auch für Geschäftsprozesse verwendet.

Das Wort agnostisch selbst stammt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa „ohne Wissen“. In der IT lässt es sich in etwa mit etwas übersetzen, das auch ohne die zugrundeliegenden Details eines Systems funktioniert. Ähnlich wie beim Begriff Interoperabilität wird eine Agnostik üblicherweise mit der Einhaltung weit verbreiteter Standards oder mit zusätzlichen Elementen erreicht, die es einem System ermöglichen, in den unterschiedlichsten Umgebungen zu funktionieren.

Ein paar Beispiele für Agnostik in der IT:

  • Eine Plattform-agnostische Software läuft unter jeder Kombination aus Betriebssystemen und Prozessorarchitekturen. Solche Anwendungen werden auch als „Cross-Plattform-fähig“ bezeichnet.
  • Geräte-agnostische Software funktioniert auf verschiedensten Geräten, seien es zum Beispiel Desktop-PCs, Notebooks, Tablet-PCs oder Smartphones.
  • Datenbank-agnostische Software funktioniert mit unterschiedlichen Hersteller-abhängigen Datenbanksystemen (DBMS). Typischerweise umfassen sie auch die Bereiche Business Analytics (BA) und Enterprise Resource Planning (ERP).
  • Protokoll-agnostische Software ist unabhängig von den zur Kommunikation genutzten Protokollen. Zunächst verhandelt sie ein Protokoll mit ihrem Kommunikationspartner aus und beginnt dann mit der Übertragung von Daten.
  • Geschäftsprozess-agnostische Software funktioniert in den unterschiedlichsten Enterprise-Umgebungen. Ein Beispiel dafür ist ein Geschäftsprozess-agnostischer Service, der bestimmte Geschäftsbereiche wie „Rechnungen“ und „Forderungen“ umfasst.
  • Hersteller-agnostische Middleware kann mit Software verschiedener Hersteller umgehen und nicht nur mit zwei unterschiedlichen Anwendungen.
  • Hard- oder Software-agnostische Lizenzen werden entweder per Maschine oder per Anwender festgelegt. Sie sind aber nicht mit einem speziellen Gerät oder einer spezifischen virtuellen Maschine (VM) verbunden, sondern lassen sich übertragen.

Ursprünglich wurde der Begriff agnostisch von Thomas Henry Huxley schon im Jahr 1869 belegt. Ein Agnostiker ist danach eine Person, die die Existenz eines Gottes nicht verleugnen will, sondern schlicht für nicht beweisbar hält. Damit steht der Begriff im Gegensatz zum Atheismus, der die Existenz eines Gottes direkt verneint.

Diese Definition wurde zuletzt im Februar 2019 aktualisiert

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