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Definition

Boot-Vorgang

Zu booten bezeichnet ein Vorgang, bei dem ein Computer ein Betriebssystem in den Hauptspeicher oder Random Access Memory (RAM) lädt. Nachdem das Betriebssystem geladen ist, ist der Rechner bereit zum Ausführen von Anwendungen für Benutzer. Als Reboot oder Neustart wird das erneute Starten des Betriebssystems bezeichnet. Der einfachste Weg hierzu ist unter Windows-Betriebssystemen die Tastenkombination „STRG + ALT + ENTF“.  

Bei größeren Computern (einschließlich Großrechnern) lautet die entsprechende Bezeichnung für einen Boot-Vorgang auch Initial Program Load (IPL) und für einen Reboot re-IPL. Das Booten eines Betriebssystems arbeitet mit einem sehr kleinen Programm. Sobald dieses in den Computer geladen wurde, gibt es die Programmsteuerung ab, sodaß wiederum das gesamte Betriebssystem geladen wird und die Steuerung des Rechners übernimmt.

Das Starten eines Computers oder Laden eines Betriebssystems funktioniert anders als die Installation des Betriebssystems, die in der Regel eine Anfangsaktivität und einmalig ist. Erst nach der Installation des Betriebssystems kann dieses gebootet werden. Im Normalfall wird das Betriebssystem automatisch nach dem Einschalten des Computers gestartet.

Ein Boot-Vorgang folgt typischerweise dem folgenden Ablauf:

  1. Sobald der Computer eingeschaltet wird, wird das BIOS (Basic Input-Output System) auf dem System ROM (Read-only Memory) gestartet und übernimmt die Steuerung des Rechners.
  2. Das BIOS startet zunächst einen Power-On Self Test (POST), um sicherzustellen, dass alle Computerkomponenten betriebsbereit sind. Dann wird das Boot-Programm geladen. Dabei handelt es sich um eine Betriebssystemerweiterung, die durch das BIOS gestartet wird, um das Betriebssystem in den Arbeitsspeicher zu laden, um es von dort aus zu starten.
  3. Im nächsten Schritt sucht das Boot-Programm auf einem Laufwerk oder angeschlossenem USB-Gerät nach Boot-Dateien für das Betriebssystem. Sofern dort keine Boot-Dateien gefunden werden, wird die Suche auf der Festplatte fortgesetzt. Diese Boot-Reihenfolge kann im BIOS festgelegt werden.
  4. Nachdem das Boot-Laufwerk identifiziert wurde, überprüft das BIOS als nächstes den ersten Sektor und kopiert Daten aus dem RAM-Speicher des Computers. Diese Informationen und Daten werden auch als Boot Record oder Master Boot Record bezeichnet.
  5. Anschließend lädt das BIOS den Boot Record in den Arbeitsspeicher.
  6. Der Boot Record enthält ein Programm, das sich das BIOS nun teilt und dem Boot Record die Kontrolle über den Computer gibt.
  7. Der Boot Record lädt die anfängliche Systemdatei (für DOS-Systeme beispielsweise IO.SYS) von einem Laufwerk oder der Festplatte in den Arbeitsspeicher.
  8. Die ursprüngliche Datei (beispielsweise IO.SYS, die ein Programm namens SYSINIT enthält) lädt dann den Rest des Betriebssystems in den Arbeitsspeicher. An dieser Stelle wird der Boot Record nicht mehr benötigt und kann durch andere Daten überlagert werden.
  9. Die ursprüngliche Datei (beispielsweise SYSINIT) lädt eine Systemdatei (zB MSDOS.SYS), die mit dem BIOS arbeiten kann.
  10. Eine der ersten Betriebssystemdateien, die geladen wird, ist eine Systemkonfigurationsdatei (für DOS beispielsweise die Datei CONFIG.SYS). Informationen in der Konfigurationsdatei helfen dem Ladeprogramm beim Laden spezifischer Betriebssystemdateien, beispielsweise bestimmte Gerätetreiber.
  11. Eine weitere Datei die, geladen werden muss, enthält Informationen für spezifische Anwendungen oder Befehle, die der Benutzer festgelegt hat, damit sie als Teil des Boot-Prozesses starten. In DOS wird diese Datei AUTOEXEC.BAT genannt. Unter Windows handelt es sich dabei um die Datei WIN.INI.
  12. Nachdem alle Betriebssystemdateien geladen wurden, erhält das Betriebssystem die Steuerung des Computers, führt anfängliche Befehle durch und wartet auf die ersten Benutzereingaben.
Diese Definition wurde zuletzt im Mai 2016 aktualisiert

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