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Chief Operating Officer (COO)

Mitarbeiter: Ivy Wigmore und Nicole Laskowski

Ein Chief Operating Officer (COO) ist auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene (C-Level-Ebene) für den laufenden Geschäftsbetrieb verantwortlich. Er berichtet an den Vorstandsvorsitzenden oder dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung (CEO) und ist in der Regel dessen Stellvertreter. Alternative Bezeichnungen für die Position des COOs sind Chief Operations Officer, Operations Director oder Director of Operations.

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Die Rolle des COO variiert stark von Branche zu Branche und häufig sogar von einem Unternehmen zum anderen. Damit ist es schwierig, eine kompakte Auflistung der Aufgaben eines COOs zu erstellen. Eine durchgängige Gemeinsamkeit ist die enge Beziehung des COOs mit dem CEO, der normalerweise auch die Rolle des COOs im Unternehmen festlegt.

Die Autoren von Second in Command: The Misunderstood Role of the Chief Operating Officer sehen die Rolle des Chief Operating Officers häufig missverstanden. Sie vergleichen die COO-Funktion mit der eines US-Vizepräsidentenkandidaten, bei der der Präsident im hohen Maße von der Qualität seines Stellvertreters abhängig ist.

Auch wenn die nachfolgende Liste nicht komplett ist, so zeigt sie doch beispielhaft einige Zuständigkeitsbereiche eines COOs:

  • überwachen und kontrollieren des Tagesgeschäftes und den CEO über wichtige Ereignisse informieren;
  • entwickeln von Strategien und Geschäftsplänen für den Betriebsablauf;
  • Informieren der Mitarbeiter über Strategien und Geschäftspläne;
  • Förderung der Mitarbeiter im Hinblick auf die Unternehmensziele;
  • Kontrolle des Personal-Managements.

Der COO und der CEO

Der COO wird oft als Nachfolger des CEOs angesehen. Tim Cook war beispielsweise COO bei Apple, bevor er 2011 zum CEO ernannt wurde. Pamela Nicholson war COO bei Enterprise Holdings, bevor sie 2013 zum CEO ernannt wurde. Als Steve Ballmer zum Präsidenten von Microsoft ernannt wurde, übernahm er ebenfalls die Rolle des Stellvertreters von Bill Gates. Im Jahr 2000 übernahm er dann die Position des CEOs. Der Titel Präsident ist häufig gleichbedeutend mit der Bezeichnung COO.

Die Autoren von Second in Command schreiben, dass der Erfolg eines COOs sehr stark von seinem Verhältnis zum CEO abhängt. Entscheidend sei ein absolutes Vertrauensverhältnis zwischen diesen beiden Führungskräften. Ohne ein gebührendes Vertrauen und gegenseitigen Respekt kann die Zusammenarbeit nicht funktionieren.

Die Einsetzung eines COOs verkompliziert die normale Unternehmenshierarchie. Daher findet man COOs vor allem bei Großunternehmen, wo sie hauptsächlich den CEO vom Alltagsgeschäft entlasten sollen, damit dieser mehr Zeit für übergeordnete Aufgaben hat. Werden COOs in die Hierarchie von kleineren Unternehmen und Start-ups eingeführt, so entstehen häufig Machtkämpfe und ein Kompetenzgerangel unter den Mitarbeitern.

Der aktuelle Stand des COO

Die Bedeutung des COOs befindet sich derzeit im Wandel. Mitte der 2000er Jahre erschienen mehrere Artikel in denen der COO als „bedrohte Arte“ dargestellt wurde. Erst kürzlich berichtete die Headhunter-Agentur Crist|Kolder Associates, dass nur 30 Prozent der S&P 500 und Fortune 500 Unternehmen einen COO haben – im Jahr 2000 waren es noch 48 Prozent.

Ein möglicher Grund für diese Entwicklung ist eine neue Aufgabenteilung innerhalb der obersten Geschäftsebene. In der Vergangenheit war es bei Aktiengesellschaften üblich, dass der CEO auch gleichzeitig Vorsitzender des Verwaltungsrates (Board of Directors) ist. Doch das hat sich geändert. So hat eine Untersuchung von PricewaterhouseCoopers ergeben, dass im Jahr 2014 nur elf Prozent der CEOs in US-Unternehmen auch den Vorsitz im Verwaltungsrate innehatten, im Jahr 2001 waren es noch 52 Prozent. Ohne diese Doppelfunktion steht den CEOs jetzt mehr Zeit zur Verfügung. Sie können daher einige Aufgaben selbst übernehmen, die sie sonst an ihren COO delegieren müssten.

PricewaterhouseCoopers liefert in seiner Untersuchung noch weitere Gründe, warum es immer weniger COO-Position gibt. Demzufolge geht dies darauf zurück, wie CEOs das Unternehmen führen. Konkret verweist die Studie auf folgende Punkte:

  • das Aufkommen der digitalen Kommunikationstechnologien;
  • die immer lauter werdende Forderung des Verwaltungsrates, wonach die CEOs wesentlich enger mit dem Tagesgeschäft zusammenzuarbeiten sollen;
  • der Druck auf den CEO, die Hierarchien flach zu halten;
  • Änderungen in der Nachfolgeregelung, die nicht mehr automatisch über die COO- auf die CEO-Position verläuft.

Zwar ist die Rolle des COOs für viele Unternehmen immer noch wichtig, doch die Headhunter von Crist|Kolder Associates verweisen darauf, dass dies stark von der Branche abhängt. So haben Dienstleistungsunternehmen eher einen COO, als beispielsweise Technologie- und klassische Industrieunternehmen.

PricewaterhouseCoopers stellt fest, dass COOs oft dann anzutreffen sind, wenn das Unternehmen seine Nachfolgeplanung transparent machen möchte oder wenn der CEO sich mehr mit der Unternehmensstrategie befassen soll, statt seine Zeit dem Alltagsgeschäft zu widmen. COOs werden häufig auch dann installiert, wenn es darum geht einen CEO mit einem starken Führungsstil komplementär mit einer Person zu ergänzen, die über die erforderliche Betriebserfahrung verfügt.

Während die Bedeutung des COOs scheinbar weiter zurückgeht, gibt es einige, die darauf hinweisen, dass viele Unternehmen bereits wieder eine Renaissance des COOs erleben. Die Autoren von Second in Command schreiben dazu, dass die Unternehmensstrukturen immer komplexer werden, was dazu führt, dass die CEOs immer häufiger einen Stellvertreter benötigen.

Das Beratungsunternehmen Ernst & Young ist davon überzeugt, dass Compliance-Anforderungen, Business Transformation und das Erobern neuer Märkte genügend Gründe liefern, um eine operative Führungskraft zu installieren. Und eine Untersuchung, die im Strategic Management Journalerschienen ist, besagt, dass die Unternehmen, die über einen COO verfügen, erfolgreicher sind als ihre Konkurrenten.

Diese Definition wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert

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