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Definition

Drittanbieter-Cookie

Mitarbeiter: Matthew Haughn

Bei einem Drittanbieter-Cookie handelt es sich um einen besonderen Cookie, der aber ebenfalls auf der Festplatte des Anwenders platziert wird. Er stammt nicht von der eigentlichen Domain, die der Nutzer besucht, sondern von einer anderen Adresse.

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Wie bei einem Standard-Cookie auch wird ein Drittanbieter-Cookie gesetzt, damit sich eine Webseite auch später noch an einen früheren Besucher erinnern kann. Beide Arten von Cookies werden verwendet, um zum Beispiel Surf- oder Personalisierungspräferenzen abzuspeichern. Dazu enthalten die Cookies eine für das Tracking genutzte ID.

Drittanbieter-Cookies werden häufig von Werbenetzen verwendet, die zahlreiche Webseiten eingebunden haben, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Sehr viele dieser Drittanbieter-Cookies werden mittlerweile durch bestimmte Einstellungen im Browser blockiert und umgehend gelöscht. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Same Origin Policy. Sie besagt, dass ein Cookie nur von der Quelle stammen darf, die der Anwender gerade besucht. Standardmäßig blockiert zum Beispiel Firefox bereits seit mehreren Jahren alle Drittanbieter-Cookies. Google hat sich bei Chrome noch nicht dazu durchringen können, da der Internetkonzern von Werbung lebt und dafür auch Drittanbieter-Cookies einsetzt. Während das Blockieren von Cookies, die von einer Domain selbst stammen, zu Problemen führen kann, wenn sich der Anwender zum Beispiel dort einloggen will, besteht dieses Problem beim Sperren von Drittanbieter-Cookies in der Regel nicht. Im Gegenteil kann das Blockieren von Drittanbieter-Cookies sogar dazu führen, dass ein Nutzer weniger Werbung zu sehen bekommt.

Aus Sicht der Anwender hat das Blockieren von Drittanbieter-Cookies praktisch nur Vorteile, da dadurch der Schutz ihrer Privatsphäre und die Sicherheit beim Surfen verbessert werden. Auf der anderen Seite entstehen aber Probleme für die Tracking- und Werbefirmen, die meist von Bannern leben, mit der sie die einzelnen Anwender durch das Internet verfolgen. Die Entscheidung der Mozilla Foundation zum Blockieren von Drittanbieter-Cookies ist deswegen bei diesen Anbietern sehr unbeliebt. Google arbeitet seit 2019 an einer Initiative namens „Privacy Sandbox“, die die Interessen der Werbeindustrie und die der Privatanwender unter einen Hut bringen soll. Im Jahr 2020 testet das Unternehmen, ob sich Werbung immer noch personalisieren lässt, wenn der Schutz der Privatsphäre dabei einen höheren Stellenwert erhält.

Neben dem Einsatz von Drittanbieter-Cookies gibt es aber auch andere Methoden wie Respawning Cookies, Flash Cookies, Entity Tags (Etags) oder das sogenannte Canvas Fingerprinting, mit denen Tracking-Firmen den Surfern im World Wide Web nachzuspüren versuchen.

Diese Definition wurde zuletzt im September 2020 aktualisiert

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