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E-Paper – Elektronisches Papier – E-Papier

Elektronisches Papier (manchmal auch kurz E-Papier oder englisch E-Paper genannt) ist ein tragbares, wiederverwendbares Speicher- und Anzeigemedium, das wie Papier aussieht. Es lässt sich auf elektronischem Wege Tausende oder Millionen Mal wiederbeschreiben oder aktualisieren. E-Papier findet bei E-Büchern, elektronischen Zeitungen, tragbaren Schildern und faltbaren, biegsamen Bildschirmen Anwendung. Die dargestellte Information wird über eine Verbindung zu einem Computer oder einem Mobiltelefon heruntergeladen und angezeigt. Sie kann aber auch mithilfe mechanischer Werkzeuge, zum Beispiel einem elektronischen Stift erstellt werden. Eine Reihe von verschiedenen Technologien befindet sich derzeit in der Entwicklung. Xerox hat in Zusammenarbeit mit 3M ein E-Papier namens Gyricon entworfen, das in der näheren Zukunft auf den Markt kommen soll. Lucent arbeitet gemeinsam mit einer Firma namens E-Ink an einem Gerät, das sich ebenfalls E-Ink nennt. Es soll in den nächsten Jahren zur Verfügung gestellt werden. Die Bildschirme beider Technologien gibt es in schwarz-weiß, wobei das Schwarz auch durch eine andere Farbe ersetzt werden kann. Philips arbeitet hingegen an einem E-Papier, das ein ganzes Farbspektrum darstellen soll. Der Hersteller gibt allerdings an, dass die Entwicklung des Produktes noch mindestens 10 bis 15 Jahre dauern wird.

Die Gyricon-Version besteht aus einem einzigen, transparenten Kunststoff-Blatt. Es enthält Millionen von winzigen zweifarbigen Perlen in ölgefüllten Taschen. Text und Bilder werden durch eine Rotation der Kugeln dargestellt, die als Reaktion auf einen elektrischen Impuls auftritt. Eine komplette Umdrehung zeigt schwarz oder weiß, eine Teildrehung zeigt Grautöne. Gyricon benötigt keine Beleuchtung, genau wie Sie das von herkömmlichen Papier kennen.

Das E-Ink-Gerät von Lucent verwendet elektronische Tinte. Dünne und flexible Transistoren aus Kunststoff werden mit Polymer-LEDs (Leuchtdioden) kombiniert, um sogenannte Smart-Pixel herzustellen. Der Prozess involviert, nicht unähnlich den herkömmlichen Druckverfahren, Gummistempel aus Silizium. Diese drucken tatsächlich winzige (so klein wie die für einen Pentium-III-Prozessor) Computerschaltungen auf die Oberfläche. E-Ink verwendet elektronische Tinte für die Darstellung. Dabei handelt es sich um eine flüssige Kunststoff-Substanz, die aus Millionen winziger Kapseln besteht. Diese sind mit heller und dunkler Farbe gefüllt und können ihre Farbe ändern. Geladene Farbstoffpartikel bewegen sich in den Kapseln entweder nach oben oder nach unten, wenn sie einer elektrischen Ladung ausgesetzt werden. Laut Paul Drzaic, dem Leiter der Abteilung für Bildschirm-Technologie wurden Prototypen des Gerätes bereits in Batterien für Uhren eingesetzt. Die Technologie E-Ink wird im Einzelhandel für Schilder verwendet.

Weder die Version von Lucent / E-Ink noch die Variante von Gyricon benötigen eine konstante Energiequelle. Die Anfangsladung übernimmt der Bildschirm. Sie bleibt bestehen, bis eine weitere Ladung für Änderungen benötigt wird. Geringer Strombedarf ist eine wichtige Überlegung für eine Technologie, die eine leistungsunabhängige, eigenständige Anwendung wie Papier ganz oder teilweise ersetzen soll. Bei der Entwicklung des E-Papiers gibt es mehrere Herausforderungen. Die wichtigste besteht darin ein Material herzustellen, das die gewünschten Charakteristika von traditionellem Papier mit spezifischen, eigenen Eigenschaften kombiniert. Dazu gehört automatische Aktualisierbarkeit. Wie traditionelles Papier muss E-Papier leicht, flexibel und erschwinglich sein. Darüber hinaus darf es nicht blenden. Nur dann wird es beim Verbraucher auch gut ankommen. Die Entwickler der beiden konkurrierenden E-Papiere behaupten, dass ihre Produkte die meisten dieser Eigenschaften besitzen. Die ersten Produkte mit E-Papier werden auf der Technologie von Gyricon basieren. Es handelt sich dabei um tragbare, wiederverwendbare Preisschilder für Geschäfte. Diese lassen sich mithilfe einer Verbindung zu einem Computer kurzfristig und schnell ändern. Die erste Gyricon-basierte elektronische Zeitung wird voraussichtlich innerhalb der nächsten 3 Jahre zur Verfügung stehen.

Diese Definition wurde zuletzt im Oktober 2019 aktualisiert

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