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Definition

Entkoppelte Architektur

Im Allgemeinen ist eine entkoppelte Architektur (engl.: Decoupled Architecture) ein Rahmenwerk für komplexe Arbeit, das es den Komponenten erlaubt, völlig autonom zu bleiben und sich gegenseitig nicht zu beeinflussen. Beim Cloud Computing spricht man manchmal von einer entkoppelten Architektur, weil der Cloud-Anbieter die physische Infrastruktur verwaltet, nicht aber die darauf gehosteten Anwendungen oder Daten.

In der Informatik beschreibt der Begriff entkoppelte Architektur einen Prozessor in einem Computerprogramm, der einen Puffer verwendet, um die Abruf- und Dekodierphasen von der Ausführungsphase zu trennen. Eine entkoppelte Architektur erlaubt es jeder Komponente, ihre Aufgaben unabhängig von den anderen auszuführen, und ermöglicht gleichzeitig strukturelle Variationen zwischen Quelle und Ziel.

Der Puffer in einer entkoppelten Architektur trennt die Memory-Zugriffs- und Ausführungsfunktionen des Programms. Der Puffer nutzt die Parallelität zwischen beiden, um eine hohe Leistung zu erzielen, während der Prozessor keine Memory-Latenz sieht.

Theoretisch kann ein größerer Puffer den Durchsatz erhöhen. Allerdings erzeugen größere Puffer mehr Wärme und verbrauchen mehr Platz. Außerdem muss möglicherweise der gesamte Puffer geleert werden, wenn der Prozessor eine falsche Verzweigungsvorhersage hat, wodurch Taktzyklen verschwendet werden und die Effektivität der entkoppelten Architektur verringert wird. Aus diesen Gründen verwenden Prozessoren im Allgemeinen ein Multithreading-Design.

Entkoppelte Architekturen werden typischerweise in VLIW-Architekturen (Very Long Instruction Word) verwendet. Da entkoppelte Architekturen nicht gut mit steuerungsintensivem Code umgehen können, wie mit verschachtelten Verzweigungen (Nested Branches) in Betriebssystem-Kernen, werden sie nicht für allgemeines Computing eingesetzt.

Diese Definition wurde zuletzt im Juli 2021 aktualisiert
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