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Fail-Fast

Mitarbeiter: Matthew Haughn

Fail-Fast oder auch „schneller Abbruch“ ist eine noch recht junge Philosophie, die auf umfangreiche Tests und inkrementelle Entwicklungsschritte setzt, um frühzeitig herauszufinden, ob es sich wirklich lohnt eine Idee weiter zu verfolgen. Einerseits sollen damit Kosten reduziert werden, andererseits soll damit schneller herausgefunden werden können, ob etwas nicht funktioniert. Das hat den Vorteil, dass früher mit anderen Projekten weitergemacht werden kann. Dieses Vorgehen, bei dem nicht funktionierende Konzepte schnellstmöglich beerdigt werden, wird auch als Pivoting bezeichnet.

Fail-Fast stammt aus demselben gedanklichen Umfeld wie „Lean Startup“. Die dafür entwickelten Methoden und Vorgehensweisen werden oft von Unternehmen genutzt, die neue Produkte und Dienste mit weit geringeren finanziellen Risiken entwickeln wollen, wie es in eher traditionellen Umgebungen üblich ist. Das Konzept eines frühen Abbruchs hängt auch mit den Unterschieden zwischen dem sogenannten Wasserfall und der agilen Entwicklung zusammen. Teams, die nach dem Wasserfallmodell arbeiten, liefern dem Kunden ein möglichst fertiges Produkt ab. Dasselbe Vorgehen nutzen auch alle Unternehmen, die auf traditionelle Methoden für Forschung und Entwicklung setzen. Im Gegensatz dazu entwickelt ein Team, das sich für Fail-Fast entschieden hat, ein neues Produkt oder einen neuen Service inkrementell, also in schnellen Schritten. Dabei wird die Zufriedenheit des oder der Kunden laufend überprüft, so dass sichergestellt werden kann, dass das Produkt oder der Dienst ihre Bedürfnisse auch wirklich erfüllt. So soll verhindert werden, dass zu viel Zeit, Kosten und Ressourcen in unrentable Projekte verschwendet werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Fail-Fast-Philosophie ist, sogenannte versunkene Kosten zu vermeiden. Dieser Begriff wird für das menschliche Bedürfnis verwendet, in etwas weiter zu investieren, selbst dann noch, wenn schon klar geworden ist, dass es nicht funktionieren wird. Es liegt wohl in der Natur der Menschen, sich Fehler nicht eingestehen zu können und sie vermeiden zu wollen. Fail-Fast versucht das negative Stigma eines Abbruchs zu vermeiden, weil sich dabei auch wertvolle Erkenntnisse gewinnen lassen. Diese können dann genutzt werden, um den nächsten Versuch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zum Erfolg zu führen.

Der Unternehmer und Autor Eric Ries hat Fail Fast bereits in seinem 2011 erschienenen Buch „Lean Startup: Schnell, risikolos und erfolgreich Unternehmen gründen“ beschrieben. Kritiker des Konzepts akzeptieren oft den Punkt, dass unnötige Kosten frühzeitig gestoppt werden. Sie stören sich aber am Wort Fail“ beziehungsweise „Abbruch“ im Namen, weil das für unerwünschte Assoziationen sorgen soll. Sie sprechen sich deswegen für andere Bezeichnungen wie „Fail fast, succeed faster“ aus. Andere Vorschläge lauten „Fail early, fail better“, „Test early“ oder auch „Fail cheaply“.

Diese Definition wurde zuletzt im Oktober 2019 aktualisiert

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