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Frühwarnsysteme

Mitarbeiter: Ivy Wigmore

Ein Frühwarnsystem basiert auf Techniken, Richtlinien und festgelegten Prozessen, die durch die Natur oder Menschen verursachte Katastrophen sowie andere unerwünschte Ereignisse erkennen und verhindern sollen.

Frühwarnsysteme für Naturgefahren sollen unter anderem vor Fluten, Erdbeben, Lawinen, Tsunamis, Tornados, Erdrutschen und Dürren schützen. Weitere Systeme warnen vor anderen Ereignissen wie Starts von Raketen, aber auch schlechten Straßenbedingungen oder Ausbrüchen bestimmter infektiöser Krankheiten. Die vereinten Nationen haben dazu die International Strategy for Disaster Reduction (ISDR) verfasst, die für Frühwarnsysteme folgende vier Komponenten empfiehlt:

  • Wissen über die Gefahren: Daten sollten systematisch gesammelt und analysiert werden, so dass Risikoeinschätzungen durchgeführt werden können.
  • Monitoring- und Frühwarndienste: Diese Systeme sollten eingerichtet werden, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen und um Alarme auslösen zu können.
  • Kommunikation und Verbreitung von Warnungen: Informationen über Risiken und frühe Warnungen müssen möglichst schnell öffentlich bekannt gemacht werden.
  • Fähigkeiten zur Reaktion auf Gefahren: Es sollten Einrichtungen und Systeme geschaffen werden, um angemessen auf Gefahren reagieren zu können.

Im Bereich der Informationstechnik (IT) werden Frühwarnsysteme in verschiedenen Umgebungen eingesetzt. So nutzt das amerikanische Healthcare Alert Network (HAN) mehrere Messaging-Systeme und Kommunikationswege wie E-Mail, Faxe, Fernsehen und Telefonanrufe, um lokale, stattliche und Bundesbehörden sowie die Medien über bedrohliche Gesundheitsgefahren und nötige Aktionen zu informieren. Das SANS Institute empfiehlt die Nutzung seines Internet Storm Center, das Daten über Internetgefahren sammelt und auswertet und so als Cyberfrühwarnsystem dienen kann. In Deutschland übernimmt das beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angesiedelte Cyber-Abwehrzentrum wichtige Aufgaben, um Behörden und Unternehmen schnell und umfassend über Gefahren aus dem Internet zu informieren.

Darüber hinaus gibt es spezielle Analysesoftware für die sozialen Medien, die zum Beispiel als Frühwarnsystem für negative Kommentare und Bewertungen durch die Kunden eines Unternehmens dienen können. So lassen sich Probleme bei bestimmten Produkten oder beim Support schneller erkennen und beheben. Frühwarnsysteme für Rechenzentren können zudem genutzt werden, um potenzielle gefährliche physische Bedingungen, aber auch Störungen bei der eingesetzten Hard- und Software rechtzeitig zu erkennen.

 

Diese Definition wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert

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