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Definition

Gesetz der unbeabsichtigten Folgen

Mitarbeiter: Ivy Wigmore

Das Gesetz der unbeabsichtigten Folgen beschreibt ein häufig auch in der IT zu beobachtendes Phänomen. Es besagt, dass jede Aktion zu Auswirkungen führt, die nicht in der Absicht der handelnden Personen lagen.

Die unerwarteten Konsequenzen sind mal mehr, mal weniger vorhersehbar und teilweise auch nicht sofort beobachtbar. Ihre Wirkung kann positiv, negativ oder neutral sein. Im besten Fall sorgt eine bestimmte Aktion sowohl für die erwünschten Effekte und zusätzliche nicht geplante positive Nebenwirkungen. Im entgegengesetzten Fall tritt der erhoffte Erfolg erst gar nicht ein. Außerdem kommt es zu negativen Auswirkungen, die das ursprüngliche Problem sogar verschlimmern können.

Ein paar Beispiele für das Gesetz der unbeabsichtigten Folgen:

  • Ein Unternehmen entscheidet sich für vermeintlich sicherere Methoden wie starke Passwörter oder eine Multifaktor-Authentifizierung, um ihre vertraulichen Daten damit besser zu schützen. Weil die neuen Kennwörter aber zu schwer zu merken sind oder weil die erforderlichen Prozeduren zu umständlich sind, finden die überforderten Anwender neue Wege, um sie zu umgehen. Ein Beispiel für dieses Verhalten sind auf gelbe Zettel geschriebene Passwörter, die dann für jeden Vorbeigehenden ersichtlich an den Monitor geklebt werden.
  • In den USA hat der Patriot Act vor einigen Jahren die Befugnisse von Strafverfolgern und anderen Regierungsbehörden erheblich ausgeweitet. So wurde zum Beispiel das Monitoring und Ausspionieren von Daten privater Bürger legalisiert. Eine nicht beabsichtigte Folge dieser Regelungen ist, dass viele Firmen und Einzelpersonen außerhalb Nordamerikas nun zögern, wenn es um das Speichern ihrer Daten in den USA geht.
  • Immer mehr Endgeräte haben aufgrund des zunehmenden Ausbaus von M2M-Kommunikationen (Machine-to-Machine) sowie des Internets der Dinge (IoT, Internet of Things) die Fähigkeit, Daten über Netzwerke zu senden und zu empfangen. Viele dieser Gerätschaften waren aber ursprünglich nicht darauf ausgelegt, miteinander zu kommunizieren. Daher verfügen sie über keine nennenswerten Sicherheitsmechanismen, die sie vor Angreifern schützen könnten. Eine nicht geplante negative Konsequenz sind die zahlreichen Angriffe auf IoT-Geräte, zu denen indessen selbst Attacken auf „smarte“ Glühbirnen gehören.

Es gibt mehrere Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit von unerwünschten Konsequenzen reduzieren können: So sollten die beteiligten Systeme genau bekannt sein. Hilfreich sind auch eine sorgfältige Planung und ein genaues Achten auf jedes noch so kleine Detail bei der Umsetzung der Maßnahmen. In den vergangenen Jahren wurde das Gesetz der unbeabsichtigten Konsequenzen zudem oft in Verbindung mit vielen zunehmend komplexer werdenden Systemen gebracht, die schon per Definition nicht vollständig verstanden werden

Diese Definition wurde zuletzt im März 2020 aktualisiert

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