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Gig Economy

Mitarbeiter: Ivy Wigmore und Tobias Wendehost

Gig Economy wird ein Bereich des Arbeitsmarkts bezeichnet, auf dem zeitlich befristete Tätigkeiten und Zeitarbeitsplätze angeboten werden. Unternehmen schließen dabei mit unabhängigen Arbeitskräften befristete Zeitverträge.

Der Trend zur Nutzung der Gig Economy nimmt zu. Eine Studie der US-Personalagentur Intuit prognostiziert, dass bis 2020 rund 40 Prozent der US-Arbeitnehmer selbständige Unternehmer sind. In Deutschland beträgt die Zahl der Selbstständigen in freien Berufen 2018 rund 1,4 Millionen. Damit hat sich die Zahl seit 1992 fast verdreifacht.

Es gibt viele Gründe, warum diese Form der Zeitarbeit weiter anwächst. Zum einen steigt die Mobilität der Mitarbeiter auf Grund der zunehmenden Digitalisierung, bei der viele Tätigkeiten von überall ausgeübt werden können. Das bedeutet, dass die Arbeit und der Standort entkoppelt sind. Somit können sich Freiberufler ihre befristeten Jobs und Projekte auf der ganzen Welt frei auswählen. Gleichzeitig können sich die Arbeitgeber die besten Personen für bestimmte Projekte aus einem Pool auswählen, der wesentlich größer ist, als das, was ihnen lokal zur Verfügung steht.

Die Digitalisierung hat auch zu einem direkten Rückgang an Arbeitsplätzen geführt. Software übernimmt viele Arbeiten komplett oder die dafür erforderliche Zeit geht zurück. Andere Einflüsse sind Einsparungen in Unternehmen, die zu einem Personalabbau führen, sowie der Eintritt der Millennials in den Arbeitsmarkt. Gegenwärtig neigen viele Menschen dazu, während ihres gesamten Arbeitslebens mehrmals den Arbeitsplatz zu wechseln. Die Gig Economy kann als eine Entwicklung dieses Trends angesehen werden.

In der Gig Economy sparen Unternehmen Ressourcen ein. Das bezieht sich unter anderem auf Mitarbeitervergünstigungen, Büroraum und Ausbildung. Die Firmen haben außerdem die Möglichkeit, mit Spitzenkräften für ein bestimmtes Projekt einen Zeitvertrag abzuschließen, wogegen eine Daueranstellung möglicherweise zu teuer ist.

Aus Sicht der Freelancer kann die Gig Economy die Balance zwischen Arbeit und Freizeit (Work-Life-Balance) verbessern. Idealerweise wird dieses Arbeitsmarktmodell von unabhängigen Arbeitskräften angetrieben, die sich nur Jobs aussuchen, für die sie sich interessieren, und nicht von Leuten, die in eine Position gezwungen werden, da sie keinen anderen Job finden.

Die Gig Economy ist Teil eines sich verändernden kulturellen und geschäftlichen Umfelds, das auch die Sharing Economy, die Gift Economy und die Barter Economy umfasst.

Folgendes Video zeigt einen Vortrag von Paul Oyer, Wirtschaftsprofessor an der Stanford University, zu den Gefahren und Chancen der Gig Economy:

Diese Definition wurde zuletzt im August 2018 aktualisiert

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