Definitionen durchsuchen :
Definition

IT Chargeback

Mitarbeiter: Scott Feuless

IT Chargeback ist eine Abrechnungsstrategie, die die Kosten von IT-Services sowie von Hardware und Software auf die Fachabteilungen verteilt, die sie nutzen. Dieses System steht im Gegensatz zu herkömmlichen IT-Abrechnungsmodellen, in denen einer zentralen Abteilung alle IT-Kosten eines Unternehmens zugeschrieben werden.

IT Chargeback wird manchmal als „buchhalterische Verantwortung“ bezeichnet, weil diese Art der Buchhaltung offenlegt, welche Abteilungen oder welche Individuen die Verantwortung für signifikante Ausgaben tragen. Derartige Systeme sollen das Kostenbewusstsein auf Anwenderseite schärfen und zu einer moderaten Nutzung motivieren.

Berichtssysteme, die IT Chargeback ermöglichen, legen Administratoren klar offen, welche Faktoren Kosten und Budget beeinflussen. Damit entsteht mehr Transparenz für den Endanwender, welche Geschäftsbereiche Ausgaben generieren, und es entsteht eine Entscheidungshilfe für die Führungsebene, wie und wo die Profitabilität gesteigert werden kann. Die Kosten von Bestandssystemen, Redundanzen oder teurer proprietärer Technologien werden ebenso erkennbar. Dies liefert der IT-Abteilung rationale Grundlagen für Upgrades, die der verbesserten Nutzung oder Verringerung von Energieverbrauch und Administrationszeit dienen sollen.

Chargeback beruht auf verschiedenen IT-Kennzahlen, um eine gerechte Verteilung der Kosten sicherzustellen. Daraus ergibt sich, dass stets abgewogen werden muss zwischen der Präzision eines solchen Systems und dem Aufwand, der für das Sammeln der notwendigen Daten betrieben werden muss. Komplexe IT-Chargeback-Systeme können bis herunter zu Stückkosten für IT-bezogene Ausgaben gehen, einschließlich der Informationen über die betreibende Abteilung und der Information, ob die Ausgaben für Software, Hardware oder Dienste anfallen. Da auch Stückkosten durchaus erheblich sein können und mehrere Abteilungen beteiligt sein können (etwa beim Einkauf eines Mainframes), werden die Daten der IT-Abteilung auch für die unparteiische Aufteilung solcher Kosten benötigt.

Einfachere IT-Chargeback-Systeme sind nur wenig mehr als Zuweisungen von IT-Kosten auf Basis bereits verfügbarer Informationen, wie etwa Anzahl der Nutzer, Anwendungsnutzungen oder sogar subjektive Abschätzungen. In solchen weniger komplexen Szenarien fällt die Effektivität von IT Chargeback oft zurück hinter die Entlastung des Betriebs einer solchen Lösung in Bezug auf Zeit und Geld.

Diese Möglichkeiten sind Treiber hinter der Entwicklung, dass interne IT-Systeme zu Dienstanbietern werden, die unabhängig vom Unternehmen als Ganzes betrieben werden können. Ein IT-Chargeback-System bietet nützliche Metriken an, die mit den Kosten des Outsourcings solcher Dienste an Externe verglichen werden können.

IT-Abteilungen und CIOs könnten zum Beispiel mit Blick auf die Provisionierung von Netzwerken, die Versorgung mit Speicherplatz, die Verfügbarkeit des Netzwerkdatenverkehrs oder die Bereitstellung und Verfügbarkeit von Webanwendungen die Effizienz der internen Abteilungen vergleichen. Natürlich ergeben sich auch andere Anwendungsfälle für solche Systeme. Ein CIO könnte etwa die Chargeback-Ergebnisse des letzten Quartals dem CEO vorlegen und so zur Bewertung beitragen, ob die Umsätze durch die Inanspruchnahme von betrieblichen Vorteilen die Ausgaben dafür rechtfertigen.

Trotz solcher Vorteile fristet IT Chargeback in vielen Unternehmen ein Nischendasein. Begründet wird dies von CIOs oft damit, dass Implementierung und Betrieb eines Chargeback-Systems entmutigend sei – erst recht, wenn man administrative Kosten und wesentliche Zuordnungsprobleme hinzunehme. Dennoch haben IT-Chargeback-Systeme deutliches Interesse hervorgerufen, nachdem Energiekosten und IT-Nutzung in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen sind. Der wachsende Einsatz von Private-Cloud-Infrastrukturen, Software as a Service (SaaS) und On-Demand Serviceorientierter Architekturen (SOA) dürfte die Nutzungsmessung und die Kostenzuordnung einfacher machen als je zuvor, während IT-Dienste in Konzernen zunehmend als Dienstleistung betrachtet werden.

 

Diese Definition wurde zuletzt im April 2019 aktualisiert

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close