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Instant Messaging

Mitarbeiter: Jessica Scarpati

Instant Messaging (englisch für sofortige Nachrichtenübermittlung) ist der Austausch von beinahe in Echtzeit eintreffenden Nachrichten über eine eigenständige Anwendung oder eine eingebettete Software. Im Gegensatz zu Chat-Räumen, in denen viele Benutzer gleichzeitig mehrere und sich überschneidende Gespräche führen, findet Instant Messaging in der Regel zwischen zwei Benutzern als Privatgespräch statt, wozu Sofortnachrichten hin- und zurückgeschickt werden.

Zu den Kernfunktionen vieler Instant-Messenger-Dienste gehört die Möglichkeit, zu sehen, ob ein Freund oder Kollege online und über den ausgewählten Dienst verbunden ist – dieses Feature bezeichnet man als Präsenzinformation. Im Zuge der Weiterentwicklung der Messenger-Technologie haben viele Instant Messenger die Möglichkeit, mehr als nur textbasierten Sofortnachrichten auszutauschen, hinzugefügt. Sie ermöglichen Aktionen wie Dateiübertragungen und das Teilen von Bildern und Dateien.

Instant Messaging unterscheidet sich von E-Mail durch die Unmittelbarkeit des Nachrichtenaustauschs. Sofortnachrichten sind außerdem tendenziell auf eine Sitzung beschränkt, das heißt, es gibt einen Anfang und ein Ende des Nachrichtenaustauschs. Da Instant Messaging dazu gedacht ist, persönliche Gespräche zu imitieren, sind die einzelnen Nachrichten eher kurz, während E-Mails sich eher durch einen längeren Schreibstil wie bei einem Brief auszeichnen.

So funktioniert Instant Messaging

Üblicherweise müssen Instant-Messenger-Benutzer bestimmte Informationen zur eindeutigen Identifizierung (zum Beispiel Handynummer, Benutzername, Benutzernummer oder E-Mail-Adresse) des Anderen kennen, um ein Gespräch zu initiieren oder ihn ihrer Kontakt- oder Freundesliste hinzuzufügen. Nachdem der vorgesehene Empfänger ausgewählt wurde, kann der Absender das Gespräch starten.

Damit ein flüssiger Austausch der Sofortnachrichten wie bei einem persönlichen Gespräch entstehen kann, müssen beide Benutzer gleichzeitig online sein. Während früher beim Versuch, einem nicht-anwesenden Gesprächspartner eine Sofortnachricht zu schicken eine Fehlermeldung erschien, beherrschen mittlerweile fast alle Instant-Messaging-Plattformen asynchrone Interaktionen zwischen Online- und Offline-Benutzern. Darüber hinaus muss der Sender berechtigt sein, dem beabsichtigten Empfänger Nachrichten zu senden, da es auch möglich ist, den Instant Messaging Client so zu konfigurieren, dass bestimmte Absender blockiert werden.

Wird eine Sofortnachricht empfangen, wird diese entweder sofort im Nachrichtenfenster angezeigt, oder der Nutzer erhält eine Benachrichtigung. Viele Instant Messenger melden dem Benutzer neue Nachrichten mit einem unverwechselbaren Ton. Der Benutzer kann auch visuell benachrichtigt werden, indem das Fenster oder sein Taskleistensymbol blinkt, wenn eine Nachricht eingetroffen ist. Bei Mobilgeräten und modernen Betriebssystemen werden meist Push-Benachrichtigungen unterstützt, die ebenfalls die gesamte Nachricht oder lediglich die Information über den Eingang einer Nachricht enthalten.

Während Instant Messenger in der Vergangenheit häufig auf proprietären Protokollen basierten, die von beiden Benutzern die Verwendung derselben Software für die Kommunikation verlangten, ist die Verwendung offener Standards heute üblich. Dies hat den Aufstieg von Multi-Plattform Instant Messengern wie Pidgin und Trillian ermöglicht.

Eine weitere wichtige Veränderung im Bereich Instant Messaging ist der mobile Zugang und die Einbindung in andere Dienste. Lange Zeit war der Instant Messenger in Form einer Desktop-Anwendung üblich, die heruntergeladen und installiert werden musste. Inzwischen ist Instant Messaging häufiger als Funktion innerhalb einer anderen web- oder cloud-basierten Anwendung anzutreffen, beispielsweise bei Facebook, Google Mail und Skype. Oft kommen sie auch auf Smartphones als mobile Apps zum Einsatz.

Aufgrund des oft sensiblen geschäftlichen oder privaten Inhalts von Gesprächen auf Instant Messengern ist die Verschlüsselung der Nachrichten laufend Thema bei der Wahl und Entwicklung von Instant-Messenger-Diensten.

Funktionen von Instant Messaging

Der Austausch von Textnachrichten war lange Zeit die Hauptfunktion von Instant Messaging, doch mittlerweile hat sich der Funktionsumfang stark ausgedehnt. Das Einfügen von Bildern und Emoticons ist heute Standard, ebenso wie der Versand von Dateien. Mit Facebook Messenger können Nutzer in den USA sogar Geld verschicken. Zahlreiche Clients unterstützen nun außerdem die Einbindung weiterer Kommunikationsmodi, wie zum Beispiel Gruppenchat, Sprachnachrichten, Sprachanrufe oder Videokonferenzen.

Nutzer können die Verfügbarkeit ihrer Kontakte am Präsenzstatus ablesen – nicht nur, ob sie online oder offline sind, sondern auch, ob sie ihren Status als frei oder besetzt angegeben haben. Einige Instant Messenger ermöglichen es Benutzern auch, eine Abwesenheitsnachricht einzustellen, die mehr Details über ihre eingeschränkte oder fehlende Verfügbarkeit enthält. Innerhalb einer aktiven Sitzung zwischen zwei Benutzern können die meisten Clients einem Benutzer auch in Echtzeit anzeigen, wenn der Gesprächspartner tippt.

Beliebte Instant-Messaging-Software

Viele Instant-Messaging-Dienste sind entweder explizit für den privaten oder den geschäftlichen Gebrauch ausgelegt. Es gibt aber auch einige Crossover-Messenger. Im Folgenden findet sich eine Liste der beliebten Instant Messaging Clients :

  • Apple Messages (ehemals iMessage)
  • Cisco Jabber (basierend auf Jabber)
  • Facebook Messenger
  • Hangouts Chat (ehemals Google Hangouts)
  • IBM Sametime
  • Line
  • Pidgin
  • Microsoft Skype und Skype for Business
  • Slack
  • Telegram
  • Trillian
  • Viber
  • WeChat
  • WhatsApp Messenger

ICQ, Windows Live Messenger und Yahoo Messenger gehörten einst zu den beliebten Desktop-Anwendungen für Instant Messaging. AIM, ehemals AOL Instant Messenger, war unter den am weitesten verbreiteten Instant Messaging Diensten in Nordamerika. AIM wurde am 15. Dezember 2017 eingestellt.

Diese Definition wurde zuletzt im Januar 2020 aktualisiert

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