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Integration Platform as a Service (iPaaS)

Mitarbeiter: Brein Matturo und Moriah Sargent

Integration Platform as a Service (iPaaS) umfasst einem Satz Cloud-basierter Tools, mit deren Hilfe Softwareentwickler Anwendungen und Services einrichten, managen, verwalten und integrieren können. iPaaS wird häufig auch als Cloud-basierte Integration definiert.

Mit iPaaS lassen sich mehrere Cloud-Anwendungen zusammenfügen. Diese sind entweder in der Cloud oder On-Premises installiert. Mit iPaaS werden sie zu einem einzigen Service-Set verbunden. Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass zwei Unternehmen die gleichen iPaaS-Tools benötigen, um ihre unterschiedlichen Anforderungen und Sicherheitsbedürfnisse abzudecken.

Wie funktioniert iPaaS?

Eine iPaaS-Architektur erlaubt es Entwicklern, dass sie sich auf die Bereitstellung der Software konzentrieren können, ohne dafür parallel die notwendige Server-Support-Umgebungen aufzubauen. Typischerweise gehört zum Lieferumfang eines iPaaS-Paketes die Server- und Daten-Infrastruktur, Middleware sowie Tools, die zum Erstellen, Testen, Bereitstellen und Verwalten von Anwendungen in der Cloud erforderlich sind.

Die meisten iPaaS-Angebote enthalten auch Mapping- und Transformations-Tabellen sowie vorkonfigurierte Konnektoren, Geschäftsregeln für Interaktionen, mit denen sich die Entwicklung von integrierten Informationsabläufen wesentlich beschleunigen lässt. Häufig wird iPaaS in einer Multi-Tenant-Umgebung bereitgestellt.

Integriertes PaaS kann man gut mit einer Hausrenovierung vergleichen. Will man zum Beispiel die Küche modernisieren, ohne dass man weiß, wo man am besten anfängt, empfiehlt es sich, einen Fachmann hinzuzunehmen. Er weiß, an welchen Platz die neue Spüle aufgebaut werden muss und wie der vorhandene Kühlschrank am besten integriert werden kann. Höchstwahrscheinlich lassen sich viele Produkte und Geräte nahezu wahlfrei entsprechend den eigenen Wünschen miteinander kombinieren. Doch die Gesamtverantwortung dafür, dass letztlich alles passt und funktioniert, liegt beim Auftragnehmer.

Das gleiche lässt sich über iPaaS sagen. Auch da liegt die Verantwortung für das Managen und Steuern der Services in den Händen des Anbieters.

Vorteile von iPaaS

Im günstigsten Fall fügt iPaaS die individuellen Anforderungen eines Unternehmens in einem einzigen Cloud-Toolset zusammen. iPaaS ist skalierbar und kann das ansteigende Datenvolumen von mobilen und anderen Anwendungen verarbeiten. Es unterstützt auch die Integration von Echtzeit-Anwendungen. Das Ziel von iPaaS ist es, einen weitestgehend unterbrechungs- und störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, um somit Kundenerlebnisse zu verbessern.

iPaaS kann das gesamte IT-System eines Unternehmens vereinfachen. Durch die Bereitstellung einer virtuellen Plattform schafft es eine einheitliche Verbindungsstruktur, über die die Anwendungen und Ressourcen nahtlos miteinander verknüpft werden können. Das iPaaS-Framework ermöglicht auch die nahtlose Integration von Ressourcen über mehrere Cloud-Umgebungen hinweg sowie zwischen den Cloud- und Legacy-Anwendungen.

Das gesamte Plattform-Management erfolgt zentral an einem Ort. Das bedeutet, dass sowohl der Planungsaufwand, als auch Time-to-Market minimiert werden. Im Idealfall hilft iPaaS, die zunehmenden Integrationsanforderungen eines Unternehmens zu beherrschen, ohne dass dabei die IT-Kosten ansteigen.

iPaas versus PaaS versus SaaS

Um die Unterschiede von iPaaS im Vergleich zu anderen Servicemodellen zu verstehen, muss man sich anschauen, wie die einzelnen Services funktionieren.

Platform as a Service (PaaS) bezieht sich auf ein Cloud-basiertes Toolset mit dem die Entwickler ihre Services managen können. PaaS konzentriert sich aber nur auf einen Teil des Entwicklungsprozesses und nicht auf die komplette Infrastruktur. Dieser Ansatz ermöglicht es, Betriebssysteme zu ändern und zu aktualisieren, ohne dass die Sicherheit des Gesamtsystems gefährdet ist.

Im Gegensatz dazu kombiniert Integration Platform as a Service (iPaaS)mehrere Plattformen. Dabei verfügt jede Plattform über die gleichen Vorteile wie PaaS, aber in einem wesentlich breiteren Maßstab.

Software as a Service (SaaS) bedeutet, dass ein Drittanbieter die Anwendungen im Internet hostet. SaaS eliminiert die Notwendigkeit eines eigenen Rechenzentrums oder Servers. Das spart Geld, Storage und Zeit. iPaaS-Tools können hybride SaaS-Implementierungen vereinfachen und diese mit bestehenden Legacy-Systemen verbinden – zumindest im Bereich von geringer bis mittlerer Komplexität.

iPaaS-Anbieter

iPaaS-Anbieter arbeiten nicht nur an der kostengünstigen Integration von Unternehmens-Anwendungen innerhalb der Cloud, sondern auch zwischen Public- und Private-Cloud-Umgebungen.

Es gibt zwei unterschiedliche Anbietergruppen für iPaaS. Zum einen gibt es die älteren, etablierten Anbieter, die ihre Tools für die Nutzung als Cloud-Services modifiziert haben. TIBCO, Informatica und IBM sind Beispiele für diese Unternehmen. Sie nutzen vor allem ihre Erfahrungen, um Integrationsplattformen zu schaffen, die die Bedürfnisse ihrer Kunden bestmöglich erfüllen.

Die zweite Anbietergruppe sind Firmen, die erst im Cloud-Zeitalter gegründet wurden. Jitterbit, Dell Boomi, SnapLogic und MuleSoft sind einige Beispiele für diese Gruppe, deren Geschäftserfolge ausschließlich auf den neuen Cloud-Services basieren.

iPaaS versus ESB

iPaaS wird häufig im Business-to-Business (B2B) -Umfeld eingesetzt, wo schnelle Abwicklungszeiten eine zentrale Geschäftsanforderung sind. Hier hat eine weitreichende iPaaS-Nutzung mit einem Standardpaket jedoch auch seine Schattenseite, denn damit entsteht die Gefahr eines Vendor-Lock-ins. Folglich gibt es hier auch eine lebhafte Diskussion darüber, ob nicht ein Enterprise Service Bus (ESB) die bessere Lösung darstellt.

Moderne ESBs können zum Beispiel SaaS-Anwendungen aufnehmen und sind auch für die Integration von On-Premises Legacy-Anwendungen geeignet. Andererseits kann iPaaS billiger sein als ESB. Des Weiteren bietet iPaaS eine größere Skalierbarkeit und ist vorteilhafter, wenn es um die B2B-Integration von Systemen geht, die außerhalb des eigenen Unternehmens angesiedelt sind.

Diese Definition wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert

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