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Definition

Kanban

Kanban ist ein visuelles Signal, das genutzt wird, um eine bestimmte Aktion auszulösen. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Japanischen und kann in etwa mit Karte, die Sie sehen können übersetzt werden.

Toyota führte den Begriff in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein. Der japanische Konzern beschrieb damit ein selbst entwickeltes System, mit dem der Fluss der Teile für seine Just-in-Time-Produktion (JIT) effizienter gesteuert werden konnte. Der Ansatz war durch den Besuch eines Teams aus Toyota-Managern in einem amerikanischen Supermarkt der Kette Piggly Wiggly inspiriert worden. Dort war dem Ingenieur Taiichi Ohno aufgefallen, dass die Regale immer nur soweit wieder aufgefüllt wurden, dass damit genau der Bedarf der Kunden gedeckt werden konnte. Die Bestände wurden also erst dann wieder ergänzt, wenn vorher ein visuelles Signal ausgelöst worden war. In diesem Fall war dies ein leeres Fach in einem Regal in dem Supermarkt. Dieses Vorgehen setzte Toyota dann auf seine eigene Produktion um.

Bei der Herstellung von Gütern beginnt Kanban mit dem Auftrag eines Kunden. Anschließend folgt das Modell dem Prozess der Produktion. In seiner einfachsten Form ist Kanban nur eine Karte mit einer Inventurnummer, die an einem Teil hängt. Kurz bevor das Teil verwendet wird, wird die Karte entfernt und über die Supply Chain zurückgesendet, so dass damit ein neues Teil geordert wird. In einer schlanken Produktionsstätte wird ein Teil immer nur dann hergestellt (oder bestellt), wenn dafür eine Kanban-Karte vorhanden ist. Weil im Kanban-Modell alle erforderlichen Teile bestellt werden müssen, wird es auch als Pull-System bezeichnet.

Es gibt sechs allgemein akzeptierte Regeln für Kanban:

  1. Nachgelagerte Prozesse können Teile nur genau in dem Umfang ordern, der auf der Kanban-Karte spezifiziert wurde.
  2. Vorgeschaltete Prozesse dürfen nachgelagerte Teile nur in genau den Mengen und den Abfolgen senden, die durch Kanban festgelegt wurden.
  3. Keine Teile dürfen außerhalb des Kanban-Systems hergestellt oder bewegt werden.
  4. Jedes Teil muss in jedem Augenblick von einer Kanban-Karte begleitet werden.
  5. Defekte oder nicht dem Kanban entsprechende Mengen an Teilen werden nicht an nachgelagerte Prozesse weitergeleitet.
  6. Die Zahl der verwendeten Kanban-Karten muss genau überwacht werden, um Probleme und Gelegenheiten für Verbesserungen aufzudecken.

Das Konzept, visuelle Hinweise zu verwenden, um unnötige Lagerbestände zu vermeiden, wird auch in der agilen Software-Entwicklung verwendet. Die Umsetzung ist hier aber etwas anders, da es in der Programmierung keine eigentlichen Lagerbestände gibt, sondern nur Kapazitäten für Projekte und für Work in Progess. Neue Aufgaben können also nur hinzugefügt werden, wenn es leere Bereiche in der für die Verwaltung des Teams genutzten Software gibt.

Diese Definition wurde zuletzt im April 2020 aktualisiert

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