Definitionen durchsuchen :
Definition

Quellcode (Sourcecode)

Mitarbeiter: Matt Haughn, Scott Wallask

Quellcode ist der grundlegende Bestandteil eines Computerprogramms, der von einem Programmierer geschrieben wird. Er kann von einem Menschen gelesen und leicht verstanden werden.

Wenn zum Beispiel ein Programmierer eine Sequenz von Anweisungen der Programmiersprache C in Windows Notepad eingibt und die Sequenz als Textdatei speichert, so kann man sagen, dass diese Textdatei den Quellcode enthält.

Quellcode und Objektcode werden manchmal auch als die Vorher/Nachher-Versionen eines kompilierten Computerprogramms bezeichnet. Für skriptartige (nicht kompilierte oder interpretierte) Programmsprachen, wie zum Beispiel JavaScript, treffen die Begriffe Quellcode und Objektcode nicht zu, da es nur eine Form des Codes gibt.

Programmierer können zur Erstellung des Quellcodes einen Texteditor, ein visuelles Programmierwerkzeug oder eine integrierte Entwicklungsumgebung (Integrated Development Environment, IDE) wie das Software Development Kit (SDK) verwenden. In großen Programmentwicklungsumgebungen gibt es oft Verwaltungssysteme, die den Programmierern helfen, verschiedene Zustände und Ebenen von Quellcodedateien zu trennen und zu verfolgen.

Lizenzierung von Quellcode

Quellcode kann proprietär oder offen sein. Lizenzvereinbarungen spiegeln daher oft diese Unterscheidung wider.

Wenn ein Benutzer ein Softwarepaket wie zum Beispiel Microsoft Office installiert, ist der Quellcode proprietär, und Microsoft gewährt dem Kunden nur Zugriff auf die kompilierten ausführbaren Dateien der Software und die zugehörigen Bibliotheksdateien, die verschiedene ausführbare Dateien zum Aufrufen von Programmfunktionen benötigen.

Zum Vergleich: Wenn ein Benutzer Apache OpenOffice installiert, kann sein Open-Source-Softwarecode heruntergeladen und modifiziert werden.

In der Regel geben proprietäre Softwareanbieter wie Microsoft den Quellcode aus zwei Gründen nicht an Kunden weiter: zum einen, um das geistige Eigentum zu schützen, zum anderen, um zu verhindern, dass der Kunde Änderungen am Quellcode vornimmt, die das Programm schädigen oder anfälliger für Angriffe machen könnten. Proprietäre Softwarelizenzen verbieten oft jeden Versuch, den Quellcode zu suchen oder zu verändern.

Open-Source-Software (OSS) hingegen ist bewusst so konzipiert, dass der Quellcode zur Verfügung gestellt werden sollte, weil die gemeinsame Anstrengung vieler Entwickler, die an der Verbesserung der Software arbeiten, vermutlich dazu beitragen kann, sie robuster und sicherer zu machen. Benutzer können den offenen Quellcode unter öffentlichen Lizenzen, wie der GNU General Public License, frei übernehmen.

Verwendung von Quellcode

Neben der Bereitstellung der Grundlage für die Software-Erstellung hat der Quellcode auch noch andere wichtige Zwecke. Zum Beispiel können erfahrene Benutzer, die Zugang zum Quellcode haben, Softwareinstallationen bei Bedarf leichter anpassen.

Oder Entwickler können den Quellcode verwenden, um ähnliche Programme für andere Betriebsplattformen zu erstellen – eine Aufgabe, die ohne die Programmieranweisungen kniffliger wäre.

Der Zugriff auf den Quellcode ermöglicht es den Programmierern auch, einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft zu leisten, entweder durch die Weitergabe von Code zu Lernzwecken oder durch die Wiederverwendung von Teilen des Codes für andere Anwendungen.

Organisation des Quellcodes

Es gibt viele verschiedene Programme zur Erstellung von Quellcode. Hier ist ein Beispiel für den Quellcode eines Hello-World-Programms in der Sprache C:

/* Hello World-Programm */

#include<stdio.h>

main()

{

printf ("Hello World");

}

Selbst eine Person ohne Programmiererfahrung kann den obigen C-Programm-Quellcode lesen und verstehen, dass das Ziel des Programms darin besteht, die Worte Hello World zu drucken. Um die Anweisungen ausführen zu können, muss dieser Quellcode jedoch zunächst in eine Maschinensprache übersetzt werden, die der Prozessor des Computers verstehen kann; das ist die Aufgabe eines speziellen Interpreterprogramms, das als Compiler bezeichnet wird - in diesem Fall ein C-Compiler.

Nachdem Programmierer den Quellcode kompiliert haben, wird die Datei, die die resultierende Ausgabe enthält, als Objektcode bezeichnet.

Objektcode besteht hauptsächlich aus den Zahlen Eins und Null und kann von Menschen nicht leicht gelesen oder verstanden werden. Objektcode kann dann gelinkt werden, um eine ausführbare Datei zu erstellen, die zur Ausführung der spezifischen Programmfunktionen benutzt wird.

Quellcode-Verwaltungssysteme können Programmierern dabei helfen, bei der Entwicklung von Quellcode besser zusammenzuarbeiten; zum Beispiel können sie verhindern, dass ein Programmierer versehentlich die Arbeit seines Kollegen überschreibt.

Geschichte des Quellcodes

Die historischen Anfänge des Quellcodes sind etwas schwer festzulegen. Die erste Software wurde in den 1940er Jahren in Binärcode geschrieben, so dass solche Programme je nach Standpunkt die ersten Muster des Quellcodes sein können.

Eines der frühesten Beispiele für Quellcode, wie wir ihn heute kennen, wurde von Tom Kilburn, einem frühen Pionier der Informatik, geschrieben. Kilburn schuf 1948 das erste erfolgreiche digitale Programm, das elektronisch im Speicher eines Computers gespeichert wurde (die Software löste eine mathematische Gleichung).

In den 1950er und 60er Jahren wurde der Quellcode von Firmen, die Programme verkauften, oft zusammen mit der Software kostenlos zur Verfügung gestellt. Als wachsende Computerfirmen den Einsatz von Software ausweiteten, wurde der Quellcode immer produktiver und begehrter. Computermagazine vor dem Internet-Zeitalter druckten oft den Quellcode in ihre Seiten ein, wobei die Leser den Code Zeichen für Zeichen für ihren eigenen Gebrauch abtippen mussten. Später senkten Disketten den Preis für die elektronische Weitergabe des Quellcodes, und dann beseitigte das Internet diese Hindernisse vollständig.

Diese Definition wurde zuletzt im April 2020 aktualisiert

ComputerWeekly.de

Close