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Definition

Reliability, Availability und Serviceability (RAS)

Die drei Begriffe Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Wartbarkeit oder wie sie auch im Englischen genannt werden, Reliability, Availability und Serviceability (RAS), stehen für wichtige Attribute, die beim Entwerfen, Herstellen, Kaufen oder auch nur Nutzen von Computerprodukten oder -Komponenten in Betracht gezogen werden sollten. IBM war das erste Unternehmen, das die Begriffe und die Abkürzung RAS im Marketing seiner Mainframes verwendete. Interessanterweise wurde RAS damals nur auf die Hardware bezogen. Das ist heute nicht mehr so. Heute beziehen sich Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Wartbarkeit auch ebenso auf die Software und können sowohl auf Netzwerke, Anwendungen, Betriebssysteme, PCs, Server und sogar auf Super-Computer angewendet werden.

Beim Begriff Zuverlässigkeit geht es um die Fähigkeit einer Hard- oder Software, kontinuierlich und abhängig von den jeweiligen Spezifikationen im Einsatz zu bleiben. Nur in der Theorie ist ein verlässliches Produkt jedoch völlig frei von technischen Fehlern. In der Praxis beschreiben die meisten Hersteller die Zuverlässigkeit ihrer Produkte deswegen mit einem Prozentwert. Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) fördert eine auf die Zuverlässigkeit im Ingenieurswesen ausgerichtete Unterorganisation namens IEEE RS (IEEE Reliability Society).

Die Verfügbarkeit beschreibt dagegen die Zeit, die ein System oder eine Komponente im Vergleich zur gesamten Zeit funktionieren sollte, in der es oder sie eingesetzt wird. Hersteller verwenden entweder dafür meist direkte Vergleiche, um diesen Wert zu beschreiben wie 9/10 oder 0,9, aber auch Prozentzahlen wie zum Beispiel 90 Prozent. Alternativ werden immer wieder auch die durchschnittlichen Ausfallzeiten pro Woche, Monat beziehungsweise Jahr oder die gesamte zu erwartende Ausfallzeit in einer bestimmten Woche, einem Monat beziehungsweise einem Jahr angegeben. Manchmal bezieht sich die Verfügbarkeit auch auf die Zeit, die ein System noch voraussichtlich funktioniert, wenn eine oder mehrere wichtige Komponenten ausfallen sollten.

Die Wartbarkeit soll zeigen, wie leicht oder schwer eine Komponente, ein Gerät oder ein komplettes System verwaltet beziehungsweise repariert werden können. Dabei ist es wichtig, dass potentielle Probleme möglichst frühzeitig erkannt werden, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Manche Systeme haben sogar die Fähigkeit, entstehende Probleme zu entdecken und zu beheben, bevor ernstere Konsequenzen auftreten. Seit Windows XP hat Microsoft solche Funktionen in seine Betriebssysteme eingebaut. Auch Antivirus- und Spyware-Scanner haben diese Funktionen und können so Schäden verhindern. Im Idealfall sollten Verwaltungs- oder Reparaturarbeiten so wenig Ausfallzeiten oder Störungen wie möglich verursachen.

Wichtige Faktoren, die sich auf die Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Wartbarkeit auswirken:

  • Übertechnisierung beziehungsweise Over-Engineering, um Systeme zu entwerfen, die über die geforderten Minimalstandards teilweise deutlich hinausgehen.
  • Duplizierung, also die intensive Nutzung redundanter Systeme und Komponenten.
  • Schnelle Wiederherstellbarkeit, die durch den Einsatz fehlertoleranter Systeme erreicht werden kann.
  • Automatische Updates, die Betriebssysteme und Anwendungen ohne Einwirkung der Nutzer auf dem aktuellen Stand halten können.
  • Backups wichtiger Daten, um Datenverlusten mit möglicherweise katastrophalen Auswirkungen vorzubeugen.
  • Kontinuierliche Archivierung geschäftsrelevanter Daten, die für Audits oder das Recovery beschädigter Daten benötigt werden.
  • Power-on-Systeme, die dafür genutzt werden können, wesentliche Bestandteile im laufenden Einsatz (Hot Swap) auszutauschen.
  • Die Verwendung virtueller Maschinen, um die negativen Auswirkungen von Fehlern in Betriebssystem und Anwendungen zu reduzieren.
  • Der Einsatz von Systemen zum Überspannungsschutz, um Schäden durch Anomalien im Stromnetz zu verhindern.
  • Die Nutzung von unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USVs), die dafür sorgen, dass wesentliche Systeme zum Beispiel beim Wechsel verschiedener Stromversorger oder auch bei Stromausfällen weiterlaufen können.
  • Zusätzliche Notstromaggregate, um auch längere Ausfallzeiten bei der Versorgung mit Strom überbrücken zu können.
Diese Definition wurde zuletzt im Mai 2018 aktualisiert

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