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Return on Investment (ROI)

Mitarbeiter: Alexei Botchkarev

Return on Investment (ROI, Kapitalrendite) ist eine mathematische Formel, mit der Investoren ihre Investitionen bewerten und beurteilen können, wie gut eine bestimmte Investition im Vergleich zu anderen Investitionen abgeschnitten hat. Eine ROI-Berechnung wird manchmal zusammen mit anderen Ansätzen verwendet, um einen Business Case für einen Geschäftsplan zu entwickeln.

Fortsetzung des Inhalts unten

Der ROI für ein ganzes Unternehmen wird manchmal dafür verwendet zu beurteilen, wie gut ein Unternehmen geführt wird. Wenn ein Unternehmen unmittelbare Ziele wie das Erschließen von Marktanteilen, den Aufbau einer Infrastruktur, die Marktreife eines Produkts oder andere Ziele verfolgt, lässt sich die ROI eher anhand dessen beurteilen, ob diese Ziele erreicht werden, als anhand des Gewinns oder der Kosteneinsparung.

ROI-Berechnung

Die am häufigsten verwendete ROI-Formel ist der Nettogewinn geteilt durch die Gesamtkosten der Investition.

Nehmen wir zum Beispiel eine Person, die 90 Euro in ein Unternehmen investiert hat und zusätzlich 10 Euro für Recherchen zu diesem Unternehmen ausgegeben hat. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf 100 Euro. Wenn dieses Unternehmen Einnahmen von 300 Euro erzielt und 100 Euro Personal- und Verwaltungskosten ausgegeben hat, dann beträgt der Nettogewinn 200 Euro.

Gemäß der Formel muss für das Ermitteln des ROI 200 durch 100 geteilt werden. Das ergibt einen ROI-Faktor von 2.

ROI wird üblicherweise in Prozent angegeben. Zwei mal 100 ergibt somit einen ROI von 200 Prozent.


Anleitung zum Berechnen des ROI.

Man vergleiche das mit einem anderen fiktiven Beispiel: Ein Investor investierte 10.000 Euro in ein Unternehmen, ohne dass Gebühren oder damit verbundene Kosten anfielen. Der Nettogewinn des Unternehmens betrug 15.000 Euro. Der Investor verdiente 5.000 Euro. Das ist deutlich mehr als die im ersten Beispiel erzielten Nettogewinne von 200 Euro. Der ROI bietet jedoch eine andere Sichtweise: 15.000 geteilt durch 10.000 ergibt 1,5. Multipliziert mit 100 ergibt das einen ROI von 150 Prozent.

Obwohl mit der ersten Investition weniger Einnahmen in absoluten Zahlen erwirtschaftet wurden, weist der höhere ROI auf eine produktivere Investition hin.

Wofür verwendet man ROI?

ROI kann zur Bewertung verschiedener Arten von Investitionen herangezogen werden. Unternehmen verwenden ROI-Berechnungen bei der Bewertung potenzieller Investitionen oder des Erfolgs früherer Investitionen.

Einzelpersonen können den ROI berechnen, um ihre eigenen persönlichen Investitionen zu beurteilen und Anlagen – sei es ein Aktienbesitz oder eine finanzielle Beteiligung an einem kleinen Unternehmen – mit einer anderen in ihrem eigenen Investitionsportfolio vergleichen.

Beispiel für ROI-Berechnungen: Investition in neue Computer

Ist die eigentliche Berechnung des ROI recht einfach, liegt das Problem eher dabei, verlässliche Zahlen für den Umfang der Investitionen und Einnahmen zu bekommen, besonders bei Unternehmen, bei denen viele Faktoren in die Berechnung hineinspielen.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise in die Bereitstellung neuer Computer investieren möchte, muss es eine Vielzahl von Bereitstellungskosten berücksichtigen. Das Unternehmen muss den tatsächlichen Preis der Computer zuzüglich Steuern und Versandkosten sowie Beratungs- oder Supportkosten, die beim Kauf gezahlt wurden und Einrichtungs- und Wartungskosten im Unternehmen selbst mit einbeziehen.

Dann muss das Unternehmen den Nettogewinn über einen bestimmten Zeitraum berechnen. Diese Nettogewinne könnten höhere Einnahmen umfassen, die sich aus einer verbesserten Produktivität und einer Senkung der Wartungskosten im Vergleich zum vorherigen Computersystem ergeben.

Im Vorfeld der Anschaffung könnte das Unternehmen auch zwei verschiedene Modelle auf ihre Kosten und zu erwartende ROI hin testen. Es bietet sich außerdem an, nach der tatsächlichen Anschaffung den prognostizierten ROI mit dem tatsächlichen zu vergleichen.

Die Schwächen von ROI

ROI ist eine der heute am häufigsten verwendeten Investitions- und Rentabilitätskennzahlen. Es gibt jedoch einige Einschränkungen.

So fehlt beispielsweise Zeit als Faktor in der Berechnung. Wie in unseren ersten beiden Beispielen ausgeführt, erscheint zunächst der ROI von 200 Prozent besser, als der von 150. Aber was, wenn die 200 Prozent über einen Zeitraum von zehn Jahren generiert würden und die 150 innerhalb eines Jahrs?

Mit etwas Geschick lässt sich der Zeitraum jedoch trotzdem berücksichtigen. Im Falle des Beispiels mit den neuen Computern, kann das Unternehmen nur die Nettogewinne für das erste Jahr vergleichen, statt insgesamt. Somit erhält der Vergleich mehr Aussagekraft. Oder aber, man rechnet wie in vielen Fällen mit Rendite, statt mit Nettogewinn – dann ist die Zeit automatisch berücksichtigt.

Ein weiterer Nachteil der Verwendung der ROI-Formel besteht darin, dass sie nicht-monetäre Vorteile schlecht abbilden kann. Nehmen Sie als Beispiel den ROI für die neuen Computer: Die genannten Kostensenkungen und Einnahmenanstiege sind leicht zu berechnen, es ist jedoch schwierig, den Wert der verbesserten Arbeitsmoral und das Gefühl der Wertschätzung bei den Mitarbeitern zu berechnen, die sich jedoch positiv auf andere Faktoren – beispielsweise das Anwerben neuer Mitarbeiter oder das Verbleiben von Mitarbeitern im Betrieb auswirken. Für diesen Fall gibt es die Unterscheidung von weicher ROI – für nicht klar bezifferbare Investitionsfolgen und harte ROI für alles, das sich direkt auf die Einnahmen auswirkt.

Diese Definition wurde zuletzt im September 2020 aktualisiert

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