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Definition

Two-Tier-ERP

Mitarbeiter: Diann Daniel und Brenda Cole

Ein Two-Tier-ERP, 2-Tier-ERP oder zweistufiges ERP (Enterprise Resource Planning) ist eine von großen, multinationalen Unternehmen verfolgte Technologiestrategie, bei der Tier-1-ERP für Finanzen und andere gemeinsame Kernprozesse auf Unternehmensebene und Tier-2-ERP für Abteilungen, Tochtergesellschaften und kleinere Standorte des Unternehmens eingesetzt wird, um spezifische Bedürfnisse zu erfüllen.

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Dieser ERP-Ansatz spart Geld, da Tier-2-Systeme kostengünstiger sind und kleineren Standorten mehr Kontrolle, Flexibilität und Agilität bei der Erfüllung ihrer Bedürfnisse bieten. In einem zweistufigen ERP-Ansatz erfordert das Stammdatenmanagement (Master Data Management, MDM) sorgfältige Aufmerksamkeit, um sicherzustellen, dass es keine Datenduplikate oder Inkonsistenzen gibt.

Tier-1 versus Tier-2 versus Tier-3

Tier-1-ERP

Tier-1-ERP sind Systeme, die für große, globale Unternehmen mit verschiedenen Niederlassungen oder lokalen Büros entwickelt wurden. Tier-1-ERP wurden entwickelt, um komplexe Prozesse zu bewältigen, die solche Unternehmen haben, zum Beispiel, dass mehrere Personen die gleichen Aufgaben erledigen können. Diese Systeme sind komplex zu konfigurieren, benötigen viel Zeit für die Implementierung und sind mit hohen Anfangskosten sowie hohen Gesamtbetriebskosten (TCO) verbunden. Zu den Tier-1-ERP-Anbietern gehören SAP, Oracle, Microsoft und Infor.

Tier-2-ERP

Tier-2-ERP ist weniger komplex und kostspielig als Tier-1. Es kann umfassende Funktionen zur Verfügung stellen, um die Kernbedürfnisse eines Unternehmens wie Finanzen, Vertrieb, Marketing, Personalwesen, Lieferkettenmanagement und Betrieb zu erfüllen. Oder es kann zielgerichtet sein, um spezifische Bedürfnisse zu erfüllen, wie zum Beispiel unterschiedliche Arten der Fertigung, des Vertriebs oder des Einzelhandels. Es gibt viele Anbieter in dieser Kategorie, darunter Epicor, NetSuite, Plex, Sage und Syspro. Tier-1-Anbieter können auch Tier-2-Software anbieten.

Tier-3-ERP

Tier-3-ERP ist einfacher und kostengünstiger zu implementieren. Es ist für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) mit einem oder nur wenigen Standorten gedacht. Ein Großteil der ERP-Systeme in dieser Kategorie zielt auf eine bestimmte Branche ab. Es gibt zahlreiche Anbieter in der Tier-3-Kategorie, darunter Appian und die JDA Software Group. Auch Produkte wie QuickBooks und Sage 50 befinden sich in dieser Kategorie.

Produkte in der Tier-3-Kategorie qualifizieren sich möglicherweise nicht einmal als ERP. Spätere Referenzen einer zweistufigen ERP-Strategie werden sich auf die Verwendung von Tier-1 und Tier-2 konzentrieren.

Two-Tier-ERP
Abbildung 1: Beispiel für ein Two-Tier-ERP.

Anwendungsfälle

Traditionell implementierten Unternehmen ein einziges ERP für das gesamte Unternehmen und seine Standorte. Diese monolithischen ERP-Implementierungen erfordern jedoch großen Aufwand an Zeit, Geld und Ressourcen und bieten kleineren Standorten keine Flexibilität. Darüber hinaus ist eine größere Einführung eines Tier-1-Systems für bestimmte regionale Standorte wahrscheinlich ein Overkill, zum Beispiel wenn ein globales Unternehmen ein kleineres Unternehmen erwirbt.

Hier sind typische Anwendungsfälle für ein zweistufiges ERP:

  • Tochtergesellschaften sind in einem anderen Markt als das Hauptunternehmen aktiv oder haben eine andere oder gezielte Kernfunktion.
  • Lokale Unternehmensbereiche haben ihren Sitz in einem anderen Land und müssen für diesen Standort angepasst werden.
  • Akquirierte Unternehmen würden eine kostenintensive Implementierung erfordern, um ERP auf das von der Firmenzentrale verwendete Tier-1-System aufzurüsten, eine solche Implementierung ist daher nicht zu rechtfertigen.
  • Unternehmensstandorte haben spezifische Bedürfnisse im Zusammenhang mit der Fertigung, dem Lieferkettenmanagement (Supply Chain Management, SCM) oder einem anderen spezialisierten Schwerpunkt und benötigen spezielle Funktionen, um diese Bedürfnisse zu erfüllen.
  • Das Unternehmen möchte moderne Software, wie zum Beispiel Software as a Service (SaaS), einführen, um sich zu modernisieren, gleichzeitig aber das Legacy-System behalten.

Vorteile einer zweistufigen ERP-Strategie

Unternehmen, die Two-Tier-ERP einsetzen, profitieren von diesen Vorteilen:

  • die enormen Kosten von Tier-1-ERP mit der Funktionalität von Tier-2-Systemen senken;
  • branchenspezifische Funktionalität durch Tier-2-Software gewinnen;
  • lokale Bedürfnisse, zum Beispiel in Bezug auf Sprache und Währung, erfüllen;
  • Software mit einem besseren Benutzererlebnis (UX) und einfacheren Benutzeroberflächen (UIs) anbieten, da Tier-1-Systeme komplex zu konfigurieren und zu verwenden sein können und Tier-2-Software ein einfacheres Erlebnis bieten kann; und
  • kleinere ERP-Anwendungen bieten im Vergleich zu ERP-Systemen für Großunternehmen größere Flexibilität und Innovationsfähigkeit, die leichter angepasst und integriert werden können.

Ansätze für Two-Tier-ERP

Unternehmen haben eine Reihe von Wahlmöglichkeiten, wie sie an ein zweistufiges ERP herangehen. Hier sind zwei der gängigsten:

  1. Kleinere Standorte können ihr eigenes ERP im Rahmen einer so genannten Laissez-faire-Strategie wählen. Dieser Ansatz kann Integrationsprobleme mit sich bringen.
  2. Das Unternehmen entscheidet sich für eine begrenzte Anzahl von Wahlmöglichkeiten, aus denen kleinere Standorte auswählen. Die Tier-2-Auswahl kann eine Option desselben Unternehmensanbieters oder anderer Anbieter sein, je nachdem, was das Unternehmen wählt. Beides kann dazu beitragen, die Integrationsherausforderungen zu begrenzen.

Diese Definition wurde zuletzt im Juli 2020 aktualisiert

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