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Unix

Mitarbeiter: Erica Mixon

Unix – oder UNIX, so der offizielle Markenname – ist ein ist ein Mehrbenutzer-Betriebssystem, das auf Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ausgelegt ist. Ursprünglich in den 1970er Jahren entwickelt, war Unix eines der ersten Betriebssysteme, das in der Sprache C geschrieben wurde.

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Die Geschichte von Unix

In den späten sechziger Jahren versuchten Bell Labs, Massachusetts Institute of Technology und General Electric gemeinsam ein interaktives Timesharing-System namens Multics zu entwickeln, das mehreren Benutzern den gleichzeitigen Zugriff auf einen Großrechner ermöglichen sollte. Enttäuscht über das Ergebnis zog sich Bell Labs aus dem Projekt zurück.

Aber die Bell-Informatiker Ken Thompson und Dennis Ritchie beschlossen, die Arbeit fortzusetzen, die schließlich zur Entwicklung von Unix führte. Thompson und Ritchie leiteten ein Team von Bell Labs-Forschern, um ein hierarchisches Dateisystem, eine Kommandozeile einige kleine Hilfsprogramme und die Konzepte von Computerprozessen und Gerätedateien zu entwickeln.

Einen Monat später hatte Thompson ein Self-Hosting-Betriebssystem mit Assembler, Editor und Shell bereitgestellt. Der Name war ein Wortspiel, das auf dem früheren System basierte; eine entmannte (Eunuchen-)Version von Multics. Unix war viel kleiner als die Ursprünglichen Pläne für Multics und ein Single-Tasking-System im Gegensatz zu einem Multitasking-System.

Vor 1973 wurde Unix in Assembler geschrieben, die vierte Ausgabe von Unix wurde jedoch in C umgeschrieben. Das war eine Revolution, denn bisher hatte man geglaubt, Betriebssysteme seien zu komplex und ausgeklügelt, um in C, einer Hochsprache, geschrieben zu werden. Dies erhöhte die Portierbarkeit von Unix auf andere Computerplattformen.

In den späten 1970er und frühen 80er Jahren hatte Unix einen starken Einfluss in der akademischen Welt, der dazu führte, dass kommerzielle Startups wie Solaris Technologies und Sequent es in größerem Umfang übernahmen. In den späten 1990er Jahren entwickelte ein Netzwerk von Programmierern gemeinsam Linux- und Berkeley Software Distribution (BSD)-Versionen, was dazu führte, dass Unix-ähnliche Systeme immer beliebter wurden. Heute verwendet eine Vielzahl moderner Server, Workstations und mobiler Geräte Unix-Betriebssysteme.

Wie Unix funktioniert und warum es wichtig ist

Unix hat eine Reihe von Konzepten, die es einzigartig machen. Zum Beispiel verwendet Unix reinen Text, um Daten zu speichern. Es verwendet auch hierarchische Dateisysteme und behandelt Geräte und bestimmte Arten der Interprozesskommunikation (IPC) als Dateien.

UNIX hat sich zum ersten offenen Standard-Betriebssystem entwickelt. Das liegt zum Teil daran, dass es sich um kein proprietäres Betriebssystem handelt, aber auch, weil es in einer Standard-Programmiersprache entwickelt wurde. UNIX gehört keiner  Computer-Firma. UNIX das von jedem weiterentwickelt und erweitert werden.

Teile der Programmiersprache C und der Shell (Kommandozeile) aus verschiedenen UNIX-Versionen wurden unter der Federführung der IEEE als POSIX (Portable Operating System Interface) standardisiert. Die POSIX-Schnittstellen wiederum wurden im X/Open Programming Guide 4.2 spezifiziert. Diese Schnittstellen sind als die „Single UNIX Specification“ und in neueren Versionen als „UNIX 03“ bekannt. Das Markenzeichen UNIX gehört The Open Group. Dabei handelt es sich um eine Standardisierungsorganisation, die UNIX-Implementierungen zertifiziert und kennzeichnet.

UNIX-Betriebssysteme und Workstations assoziiert man mit Produkten von Sun Microsystems (nun Oracle), Silicon Graphics, IBM und einige andere Unternehmen. Die UNIX-Umgebung und das Client/Server-Programmiermodell waren wichtige Elemente bei der Entwicklung des Internets und bei der Verbreitung auf netzwerkzentralisierte Umgebungen anstelle der Benutzung individueller Computer. Das Unix-Derivat Linux gibt es sowohl als freie Software als auch als kommerzielle Versionen. Linux ist im Data Center eine populäre Alternative zu proprietären Betriebssystemen.

Wie Unix funktioniert und warum es wichtig ist

Unix hat eine Reihe von Konzepten, die es einzigartig machen. Zum Beispiel verwendet Unix reinen Text, um Daten zu speichern. Es verwendet auch hierarchische Dateisysteme und behandelt Geräte und bestimmte Arten der Interprozesskommunikation (IPC) als Dateien.

Unix-Benutzer können Software-Tools und kleine Programme über eine Kommandozeile, die Pipes verwendet, miteinander verknüpfen. Die Kommandozeile ist ein Programm auf Benutzerebene, und zusätzliche Befehle sind separate Programme. Benutzer können ihre eigene Shell auswählen oder schreiben und neue Befehle hinzufügen, ohne die Shell selbst zu ändern, da sie für interaktive Befehle dieselbe Sprache verwendet wie für die Skripterstellung.

Das Herz des Unix-Betriebssystems ist der Kernel, das Hauptsteuerungsprogramm, das Dienste zum Starten und Beenden von Programmen bereitstellt. Der Kernel übernimmt auch Low-Level-Aufgaben, wie die Verwaltung des Dateisystems und das Verhindern von Konflikten, wenn Programme versuchen, gleichzeitig auf dieselbe Ressource zuzugreifen.

Die Konzepte von Unix sind aus einer Vielzahl von Gründen einflussreich. Unix war eine treibende Kraft hinter der Entwicklung des Internets und dem Weg der Informatik in eine netzzentrierte Welt. Unix behandelt alle Arten von Dateien als einfache Byte-Arrays, was im Vergleich zu anderen Betriebssystemen ein vereinfachtes Dateimodell zur Folge hatte.

Unix machte das hierarchische Dateisystem mit willkürlich verschachtelten Unterverzeichnissen populär; zuvor konnten Betriebssysteme ein Speichergerät nur auf einer festen Anzahl von Ebenen in Abschnitte unterteilen. Den Unix-Entwicklern wird das Verdienst zugeschrieben, Modularität und Wiederverwendbarkeit in die Praxis des Software-Engineering gebracht und eine Evolution der Software-Werkzeuge angestoßen zu haben. Sie schufen auch eine Reihe kultureller Regeln für die Software-Entwicklung und prägten die Unix-Philosophie, welche die IT-Gemeinde bis heute beeinflussen.

Freie und quelloffene Unix-ähnliche Systeme

Unix hat sich als eine Art großes Freeware-Produkt entwickelt, mit vielen Erweiterungen und neuen Ideen, die in einer Vielzahl von Unix-Versionen verschiedener Firmen, Universitäten und Einzelpersonen zur Verfügung gestellt werden.

Es wurde das erste offene oder Standardbetriebssystem, das von jedermann verbessert oder erweitert werden konnte. Denn es ist erstens kein proprietäres Betriebssystem und zweitens ist es in einer Standardsprache geschrieben und griff viele populäre Ideen auf.

Unter der Schirmherrschaft des IEEE bildete sich aus der Programmiersprache C und den Kommandozeilen-Befehlen verschiedener Unix-Versionen die Portable Operating System Interface (POSIX) als Standard. Die POSIX-Schnittstelle wurde im X/Open Programming Guide 4.2 spezifiziert. Diese Schnittstellen werden auch als Single UNIX Specification und in der neuesten Version als UNIX 03 bezeichnet.

Der geschützte Begriff UNIX ist jetzt im Besitz von The Open Group, einer Organisation für Industriestandards, die Unix-Implementierungen zertifiziert und markenrechtlich schützt.

Unix-ähnliche Systeme

Es gibt keine klare Definition von Unix-ähnlich, aber der Begriff bezieht sich auf ein Betriebssystem, das sich ähnlich wie Unix verhält. Eine Möglichkeit ist, dass das System kostenlos und Open Source ist.

Einige Software-Entwickler behaupten, dass es drei Arten von Unix-ähnlichen Systemen gibt: Genetische Unix-ähnliche Systeme haben eine historische Verbindung zu der  ursprünglichen Codebasis von Bell Labs – später AT&T. Markengebundene Unix-ähnliche Systeme entsprechen der Single UNIX Specification; Open Group hat festgelegt, dass diese Systeme den Unix-Namen verwenden dürfen. Funktionale Unix-ähnliche Systeme, wie Linux und Minix, verhalten sich in einer Weise, die in etwa der Unix-Spezifikation entspricht. Das bedeutet, dass sie zum Beispiel ein Programm beinhalten, das die Anmeldung und die Befehlszeilensitzungen verwaltet.

Beliebte grundlegende Unix-Befehle

ls: listet Dateien in einem Verzeichnis.

rm: löscht Dateien in einem Verzeichnis.

mv: verschiebt eine Datei an einen anderen Ort.

cat: zeigt den Inhalt einer Datei an.

rmdir: löscht ein Verzeichnis oder Unterverzeichnis.

mkdir: erstellt ein Verzeichnis oder Unterverzeichnis

pwd: zeigt den Namen des aktuellen Verzeichnisses an.

telnet: stellt die Verbindung zu einem Remote Computer her.

who: zeigt alle angemeldeten Benutzer an.

Anwendungen und die Zukunft von Unix

Unix-Betriebssysteme werden in weit verbreiteten Workstation-Produkten von Sun Microsystems, SGI, IBM und einer Reihe anderer Unternehmen verwendet. Linux, ein Unix-Derivat, das sowohl als freie Software als auch als kommerzielle Version erhältlich ist, erfreut sich zunehmender Beliebtheit als Alternative zu proprietären Betriebssystemen.

In letzter Zeit ist die Nutzung von Unix zurückgegangen, was in erster Linie auf die Migration von RISC-Plattformen zu x86-basierten Alternativen zurückzuführen ist, die viele Unix-Workloads mit höherer Leistung zu niedrigeren Kosten ausführen können. Experten prognostizieren, dass viele Organisationen Unix weiterhin für geschäftskritische Umgebungen einsetzen werden, aber aufgrund von IT-Modernisierungs- und Konsolidierungsstrategien ihre Abhängigkeit vom System verringern werden.

Dennoch ist Unix nach wie vor das bevorzugte System für viele Anwendungsfälle, wie zum Beispiel vertikal-spezifische Software, Anwendungen mit vertikaler Skalierung und Sicherheitsfunktionen. Zukünftige Unix-Serververkäufe werden voraussichtlich zurückgehen, aber Anwendungen im Finanz-, Regierungs- und Telekommunikationsbereich werden weiterhin auf Unix setzen.

Irgendwann wird Unix vielleicht ganz aufgegeben, aber es wird wahrscheinlich ein langer, langsamer Rückgang sein, bevor dies geschieht.

Diese Definition wurde zuletzt im Mai 2020 aktualisiert

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