Definitionen durchsuchen :
Definition

Virtual Disaster Recovery (Virtuelles Disaster Recovery)

Virtuelles Disaster Recovery (DR) (Englisch: Virtual Disaster Recovery) ist eine Art von DR, die in der Regel eine Replikation umfasst und einen Failover auf virtualisierte Workloads ermöglicht.

Fortsetzung des Inhalts unten

Für eine möglichst effizientes virtuelles Disaster Recovery sollte ein Unternehmen die Workloads virtueller Maschinen(VMs) regelmäßig an einen anderen Standort kopieren. Die Replikation kann im Wesentlichen eine Echtzeit-Kopie von VMs an einem separaten Ort erstellen und so die DR stärken.

Virtualisierung bietet Flexibilität bei Disaster Recovery. Wenn Server virtualisiert werden, werden sie in VMs containerisiert, unabhängig von der zugrunde liegenden Hardware. Daher benötigt ein Unternehmen am primären Standort nicht dieselben physischen Server wie am sekundären Disaster-Recovery-Standort.

Weitere Vorteile des virtuellen Disaster Recovery sind Einfachheit, Effizienz und Geschwindigkeit. Virtualisierte Plattformen bieten in der Regel eine hohe Verfügbarkeit im Falle eines Ausfalls. Virtualisierung hilft bei der Einhaltung von Recovery Time Objectives (RTOs) und Recovery Point Objectives (RPOs), da die Replikation so häufig wie nötig durchgeführt wird, insbesondere bei kritischen Systemen. DR-Planung und Failover-Tests sind mit virtualisierten Workloads auch einfacher als mit einem physischen Setup, wodurch Disaster Recovery für Unternehmen, die möglicherweise nicht über die Mittel oder Ressourcen für physische DR verfügen, zu einem leichteren Prozess wird.

Darüber hinaus spart die Konsolidierung von physischen Servern mit Virtualisierung Geld, da die virtualisierten Workloads weniger Strom, Platz und Wartung benötigen. Allerdings kann die Replikation teuer werden, je nachdem, wie häufig sie durchgeführt wird.

Das Hinzufügen von VMs ist eine einfache Aufgabe, daher müssen Unternehmen auf die Ausbreitung von VMs achten. VMs, die ohne das Wissen der DR-Mitarbeiter betrieben werden, können übersehen werden, wenn es Zeit für eine Wiederherstellung ist. Dieser so genannte „Sprawl“ ist besonders gefährlich in größeren Unternehmen, in denen die Kommunikation möglicherweise nicht so stark ist wie in einer kleineren Organisation mit weniger Mitarbeitern. Alle Unternehmen sollten strenge Protokolle für die Bereitstellung von virtuellen Maschinen haben.

Planung und Test von virtuellem Disaster Recovery

Virtuelle Infrastrukturen können komplex sein. In einer Wiederherstellungssituation kann diese Komplexität zu einem Problem werden, daher ist es wichtig, einen umfassenden DR-Plan zu haben.

Ein virtueller Disaster-Recovery-Plan hat viele Ähnlichkeiten mit einem traditionellen DR-Plan. Eine Organisation sollte folgendes tun:

  • Entscheiden Sie, welche Systeme und Daten am kritischsten für die Wiederherstellung sind, und dokumentieren Sie diese.
  • Holen Sie sich die Unterstützung des Managements für den DR-Plan.
  • Führen Sie eine Risikobewertung und eine Business-Impact-Analyse durch, um mögliche Risiken und ihre potenziellen Auswirkungen zu skizzieren.
  • Dokumentieren Sie die für die Wiederherstellung erforderlichen Schritte.
  • Definieren Sie RTOs und RPOs.
  • Testen Sie den Plan.

Wie bei einem traditionellen DR-Setup sollten Sie klar definieren, wer an der Planung und den Tests beteiligt ist und welche Rolle jeder Mitarbeiter hat. Dies gilt auch für ein tatsächliches Wiederherstellungsereignis, da die Mitarbeiter für ihre Aufgaben während eines ungeplanten Vorfalls bereit sein sollten.

Das Unternehmen sollte seinen virtuellen Disaster-Recovery-Plan regelmäßig überprüfen und testen, insbesondere nachdem Änderungen an der Produktionsumgebung vorgenommen worden sind. Alle physischen Systeme sollten ebenfalls getestet werden. Obwohl es kompliziert sein kann, virtuelle und physische Systeme gleichzeitig zu testen, ist es im Sinne der Business Continuity wichtig.

Virtuelles Disaster Recovery vs. physisches Disaster Recovery

Ein virtuelles Disaster Recovery ist zwar einfacher als traditionelles DR, sollte aber die gleichen Standardziele wie die Einhaltung von RTOs und RPOs verfolgen und sicherstellen, dass ein Unternehmen im Falle eines ungeplanten Vorfalls weiterarbeiten kann.

Der traditionelle Disaster-Recovery-Prozess, bei dem ein Rechenzentrum an einem anderen Standort dupliziert wird, ist oft teuer, kompliziert und zeitaufwändig. Während ein physischer Disaster-Recovery-Prozess in der Regel mehrere Schritte umfasst, kann die virtuelle Disaster-Recovery so einfach sein wie ein Klick auf einen Button für das Failover.

Der Wiederaufbau von Systemen in der virtuellen Welt ist nicht notwendig, da sie dank der Replikation bereits an einem anderen Standort existieren. Allerdings ist es wichtig, die Backup-Systeme zu überwachen. In der virtuellen Welt ist es einfach, „es einzustellen und zu vergessen“, was nicht ratsam ist und bei physischen Systemen nicht so sehr ein Problem darstellt.


Dieses Zerto-Video erklärt einige Best Practices für
Disaster Recovery in einer virtuellen Welt.

Wie beim physischen Disaster Recovery sollte auch der virtuelle Disaster Recovery-Plan getestet werden. Virtuelles Disaster Recovery bietet jedoch Testmöglichkeiten, die in einem physischen Setup nicht verfügbar sind. Es ist einfacher, einen DR-Test in der virtuellen Welt durchzuführen, ohne die Produktionssysteme zu beeinträchtigen, da die Virtualisierung es einer Organisation ermöglicht, Server in einem isolierten Netzwerk zum Testen hochzufahren. Darüber hinaus ist das Löschen und Neuanlegen von DR-Servern viel einfacher als in der physischen Welt.

Virtuelles Disaster Recovery ist mit physischen Servern durch Physical-to-Virtual-Backup möglich. Bei diesem Verfahren werden virtuelle Backups von physischen Systemen zu Wiederherstellungszwecken erstellt.

Für die umfassendste Datensicherung raten Experten, eine Offline-Kopie der Daten zu haben. Während Anbieter von Virtual Disaster Recovery Funktionen zum Schutz vor Cyberangriffen wie Ransomware anbieten, ist die physische Bandspeicherung die einzige echte Offline-Option, die garantiert, dass die Daten während eines Angriffs sicher sind.

Diese Definition wurde zuletzt im April 2021 aktualisiert
ComputerWeekly.de
Close