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Definition

Warmer Standort (Warm Site)

Mitarbeiter: Paul Crocetti

Ein „warmer Standort“ ist eine Art von Einrichtung, die ein Unternehmen zur Wiederherstellung ihrer technologischen Infrastruktur verwendet, wenn ihr primäres Rechenzentrum ausfällt. Ein warmer Standort verfügt über ein ausgestattetes Rechenzentrum, aber keine Kundendaten.

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Der warme Standort verfügt über einen Teil oder die gesamte IT-Ausrüstung eines typischen primären Rechenzentrums, wie zum Beispiel Software und Hardware. Nach einer Katastrophe am primären Standort führt eine Organisation Kundendaten ein und kann zusätzliche Ausrüstung am warmen Standort installieren.

Ein warmer Disaster-Recovery-Standort ist wichtig für die Geschäftskontinuität, da er es einer Firma ermöglicht, im Falle eines ungeplanten Zwischenfalls den Betrieb aufrechtzuerhalten und weiteren Datenverlust zu verhindern. Informationen über den Standort werden in den Disaster-Recovery-Plan der Organisation aufgenommen.

Wie der Name schon sagt, liegt ein warmer Standort zwischen einem heißen und einem kalten Standort. Ein heißer Standort ist voll funktionsfähig und ermöglicht die sofortige Wiederherstellung nach einer Katastrophe, während ein kalter Standort nur die Infrastruktur, aber keine Technologie enthält, bis eine Katastrophe eintritt.

Eine Organisation mit einem relativ kurzen Recovery Time Objective (RTO) wird einen warmen Standort verwenden, da dieser zwar eine gewisse Einrichtung erfordert, aber nicht so viel wie ein kalter Standort, sondern mehr als ein heißer Standort. Ein warmer Standort ist auch ein guter Kandidat für die Einrichtung nicht unbedingt notwendiger Systeme, die nicht die sofortige Wiederherstellung erfordern, wie dies bei missionskritischen Systemen der Fall ist.

Funktionsweise

An einem warmen Standort wird im Wesentlichen bis zu einer Katastrophe nicht produziert. Server werden im Voraus eingerichtet, enthalten aber keine Datenbanken. Im Idealfall sind die Server und der Speicherplatz an einem warmen Standort den Servern und dem Speicherplatz im primären Datenzentrum zumindest ähnlich, um die Leistung und die logistischen Vorteile zu gewährleisten.


Professor Messer erklärt die Unterschiede zwischen warmen,
kalten und heißen Standorten.

Bei einer Katastrophe oder einem Störfall bringt die IT-Abteilung die Backup-Daten der Organisation und alle zusätzlichen Geräte ein, die für den Betrieb erforderlich sind. Die Organisation kann Daten aus der Cloud holen, zum Beispiel indem sie Disaster Recovery as a Service (DRaaS) nutzt, oder Backups auf Medien - wie unter anderem Backup-Bänder - verwenden, die vom Ausfall des primären Rechenzentrums nicht betroffen waren. Für eine Organisation ist es von entscheidender Bedeutung zu wissen, welche Daten sie am warmen Standort wiederherstellen wird - einige Informationen sind dringlicher wiederherzustellen.

Das Unternehmen muss auch überlegen, wie sie die Daten nach der Katastrophe in das primäre Rechenzentrum zurückbringt. Wenn die Organisation den warmen Standort tagelang nutzt, könnte das die Erstellung einer großen Datenmenge bedeuten.

Es ist wichtig, am Disaster-Recovery-Standort die notwendigen Kontakt- und Ressourceninformationen bereitzuhalten. Eine Firma, die mitten in einer Wiederherstellung steckt, möchte keine Zeit damit verbringen, nach Kontakten oder anderen relevanten Informationen zu suchen, zumal dieses Material im Voraus zusammengestellt werden kann. Diese Informationen sind Teil eines Disaster-Recovery-Plans.

Es ist auch wichtig, ein Diagramm des Wiederherstellungsortes und seiner Funktionsweise sowie klare Anweisungen für den Weg dorthin zu haben. Ein Unternehmen sollte in der Lage sein, schnell einzusteigen und das Geschäft in Gang zu bringen.

Der DR-Plan, einschließlich der Anweisungen und Informationen für den warmen Standort, muss auf dem neuesten Stand bleiben. Zu einer ordnungsgemäßen Planung gehört die ständige Überprüfung des Inhalts des Plans und des Standorts selbst. Ein Test am Standort ist eine gute Möglichkeit, um zu sehen, ob er in einer Wiederherstellungssituation funktioniert.

Der warme Standort muss weit genug vom primären Rechenzentrum entfernt sein, damit er nicht von der gleichen Katastrophe, wie zum Beispiel einem Hurrikan oder Erdbeben, betroffen ist. Zu diesem Zweck sollte er nicht an dasselbe Stromnetz angeschlossen sein wie das primäre Rechenzentrum. Eine Organisation muss jedoch Latenzprobleme wie die Netzwerkkonnektivität berücksichtigen und sicherstellen, dass der Standort nicht zu weit entfernt ist. Zu den Überlegungen bei der Standortentscheidung gehören auch Personal und Kosten.

Arten von warmen Standorten

Ein Disaster-Recovery-Standort ist intern oder extern. Eine Organisation baut eine interne Site auf und besitzt sie, während eine dritte Partei eine externe Site besitzt und betreibt.

Zu den Vorteilen eines internen Standorts gehören Management und Sicherheitskontrolle. Zu den Nachteilen gehören die Kosten für den Bau und Betrieb des Standorts. Ein interner Standort ermöglicht in der Regel eine schnellere RTO als ein externer Standort.

Bei einer externen Site wird die Verwaltung dem Anbieter überlassen. Dies kann einer Organisation, der es an Personal und Ressourcen fehlt, bei der Verwaltung des Backup-Zentrums helfen.

Eine Firma kann den externen Standort ganz für sich allein haben, oder es kann sich um eine Colocation-Einrichtung handeln, bei der mehrere Organisationen „Raum“ beziehungsweise Ressourcen mieten. Wenn der externe Standort mehrere Organisationen umfasst, besteht im Falle einer weitreichenden Katastrophe die Gefahr, dass Ressourcen überlastet werden, Engpässe entstehen und die Ressourcen nicht verfügbar oder langsamer sind. Gleichzeitig könnten diese anderen Organisationen auch Hilfe in Form von Wissen oder Kontakten leisten.

Eine andere Möglichkeit ist ein mobiler Wiederherstellungsort. Bei diesem Arrangement handelt es sich in der Regel um einen ausgerüsteten Anhänger, der im Katastrophengebiet aufgestellt wird. Unternehmen sollten berücksichtigen, wie lange es dauert, bis die mobile Einheit am gewünschten Ort eintrifft.

Warme Standorte vs. heiße und kalte Standorte

Überlegungen zur Entscheidung für einen heißen, warmen oder kalten Standort umfassen Finanzierung, Personal, RTO sowie Volumen und Art der Daten. Ein heißer Standort ist die kostspieligste Option, während ein kalter Standort die kostengünstigste ist.

Ein heißer Standort ist ein voll funktionsfähiges Rechenzentrum mit Hardware, Software und Kundendaten. Dazu gehört auch die personelle Ausstattung zur Verwaltung und Überwachung der Ausrüstung. Die Hot Site ist unmittelbar nach einer Katastrophe betriebsbereit und ist für geschäftskritische Daten und für eine Firma ausgelegt, die wenig bis keine Ausfallzeiten tolerieren kann. Durch Replikation oder Spiegelung wird sichergestellt, dass ein Unternehmen über aktuelle Daten verfügt, die an einer Hot Site betriebsbereit sind. Wenn das Unternehmen groß genug ist und über mehrere Rechenzentren verfügt, kann es eines davon als heißen Standort nutzen. Dies ist zwar die teuerste Option, aber auch die am einfachsten zu betreibende.

Ein kalter Standort bietet eine Infrastruktur zur Unterstützung der IT, verfügt aber erst dann über die eigentliche Technologie, wenn eine Katastrophe eintritt und das Unternehmen sie einsetzt. Bei einem kalten Standort mietet die Organisation im Wesentlichen nur den Raum ohne Ausrüstung. Es ist die billigste der drei Möglichkeiten, aber nur für eine Organisation oder bestimmte Daten, die über einen längeren Zeitraum ausfallen können, weil es vergleichsweise lange dauert, bis sie betriebsbereit sind. Man kann auch einen kalten Standort nutzen, um ihren heißen oder warmen Standort während einer langfristigen Katastrophe zu ergänzen.

Obwohl es viele Unterschiede zwischen den drei Standortoptionen gibt, bieten sie alle einen sicheren Offsite-Raum für die Wiederherstellung, der von der Katastrophe nicht betroffen ist. Die Entscheidung, welcher Standort für eine Organisation am besten geeignet ist, ist ein Prozess, der Zeit, das Einverständnis des Managements und eine ordnungsgemäße Analyse aller erforderlichen Informationen erfordert.

Diese Definition wurde zuletzt im Juli 2020 aktualisiert

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